Paris muss das Vorbild beim Artenschutz sein

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 Igor Steinle
Igor Steinle (Foto: pr)
Igor Steinle

Seit einer Woche sitzen in Paris 150 Experten zusammen, um einen Bericht über den Zustand der globalen Natur abzustimmen. Ähnlich wie der Weltklimarat wertet der Weltbiodiversitätsrat Tausende Studien aus und fertigt auf dieser Grundlage einen Bericht für die Regierungen der Welt an. Eine Zahl ist bereits durchgesickert: Eine Million Arten auf diesem Planeten könnte aussterben, wenn nichts getan wird. Niemand kann abschätzen, wie gefährlich uns das noch werden kann.

Gestorben wurde schon immer, könnte man zwar einwenden, auch ohne Säbelzahntiger dreht sich die Erde weiter. Das ist so weit nicht falsch. Nur die Geschwindigkeit, mit der das aktuelle Massensterben vonstattengeht, sollte auch Skeptiker beunruhigen. In Jahrzehnten verschwinden momentan Arten von diesem Planeten, deren Rückgang sich vor der Sesshaftwerdung der Menschheit über Jahrtausende abspielte. Experten sind sich ziemlich sicher, dass sich das letzte Massensterben dieser Art vor 65 Millionen Jahren ereignete, als ein Asteroid die Dinosaurier auslöschte. Heute sind wir der Asteroid.

Unsere Zerstörungskraft resultiert aus der Art und Weise, wie wir unsere Nahrung, unsere Energie und unsere Dinge herstellen. Klimawandel, der Rückgang der Lebensräume und intensive Landwirtschaft bedingen sich gegenseitig. Zwar hat es kürzlich in Bayern ein Volksbegehren für mehr Artenschutz gegeben, dennoch hat das Thema nicht annähernd die Öffentlichkeit, wie sie der Klimawandel genießt. Das liegt vermutlich daran, dass wir schlicht nicht wissen, welche Folgen der Rückgang genetischer Vielfalt für die Menschheit haben wird. Keiner weiß, wie das Verschwinden bestimmter Arten Ökosysteme destabilisiert, was uns genauso gefährden könnte wie der Klimawandel.

Wo man ansetzen kann, um das Massensterben zu beenden, ist kein Geheimnis: Weniger Fleischkonsum, ökologische Landwirtschaft und ein zusammenhängender Biotopverbund wären Schritte in die richtige Richtung. Das Ziel muss ein Artenschutzpakt sein, wie er 2015 in Paris gegen den Klimawandel beschlossen wurde.

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