Papst prangert auf Madagaskar Umweltzerstörung an

Lesedauer: 3 Min
 Auf Madagaskar prangerte der Papst Umweltzerstörung an.
Auf Madagaskar prangerte der Papst Umweltzerstörung an. (Foto: dpa)
Stefan Ehlert und Agenturen

Das bitterarme Madagaskar war die zweite Station der aktuellen Papstreise. Auch hier setzte sich der Pontifex hautnah den sozialen Realitäten aus, als er die von einem argentinischen Landsmann und Ordensbruder gegründete Sozialstiftung Akamasoa nahe einer großen Müllhalde besuchte. Sie hat rund 25000 Menschen die Möglichkeit verschafft, ein kleines Einkommen zu erwerben. Von den rund 27 Millionen Madegassen leben 90 Prozent unter oder am Rande der Armutsgrenze.

Der Papst absolvierte noch am Abend seiner Ankunft in Antananarivo ein Gebetstreffen mit 100000 Gläubigen. Am Sonntag zelebrierte er auf einem Freigelände vor den Toren der Hauptstadt die Messe vor mehreren Hunderttausend Menschen. Dabei warnte er vor Vetternwirtschaft, Korruption und Selbstüberschätzung. An der Vorbereitung der Messe waren auch 200Muslime beteiligt, als Zeichen der Brüderlichkeit zwischen den Religionen, wie lokale Zeitunggen berichteten.

Am Samstag hatte er vor Politikern und Behördenvertretern die „exzessive Abholzung der Wälder zugunsten einiger Weniger“ angeprangert. Das gefährde die Zukunft des Landes. Ähnlich wie in Mosambik gehen auch auf Madagaskar jedes Jahr riesige Waldflächen unwiederbringlich verloren. Der Papst mahnte, im Kampf gegen die Armut Arbeitsplätze zu schaffen und trotzdem die Umwelt zu respektieren.

Von Madagaskar aus besucht der Papst an diesem Montag für einige Stunden die Insel Mauritius, eine beliebte Steueroase und ein Touristenziel, das zu den wohlhabenden Ländern Afrikas zählt. Auf einer Fläche, die kleiner ist als das Saarland, leben rund 1,3Millionen Menschen verschiedener Religionen. Im Vorfeld des Papstbesuches war gemutmaßt worden, der Pontifex werde anlässlich seines Besuches den französischen Arzt und Missionar Jacques Desiré Laval (1803-1864) heiligsprechen, doch das Organisationskomitee der Papstreise dementierte das Gerücht.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen