Papst Benedikt in Angola gefeiert

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Deutsche Presse-Agentur

Papst Benedikt XVI. ist am Freitag in Angola eingetroffen, der zweiten Station seiner Afrika-Reise. Der 81-Jährige wurde auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Luanda von Präsident José Eduardo Dos Santos und einer jubelnden Menschenmenge festlich empfangen.

Wie zuvor schon in Kamerun säumten die Massen die Straßen und bereiteten dem deutschen Papst einen überaus herzlichen Empfang. Der Papst will seine Kirche in dem Kernland katholischen Glaubens im Süden Afrikas stärken, er wirbt für Ehe und Familie und verurteilt Korruption, Abtreibung und Machtgier. „Die Kirche wird immer auf der Seite der Ärmsten stehen“, gelobte er.

„Die gemeinsame Mission, die uns verbindet, ist der Aufbau einer freieren, friedlicheren und solidarischeren Gesellschaft“, erklärte der deutsche Papst in seiner Begrüßungsrede. Benedikt ermutigte die Menschen dazu, den Weg der Friedensbildung und des Wiederaufbaus nach langem Krieg fortzusetzen. „Ich erinnere daran, dass ich aus einem Land komme, wo Frieden und Brüderlichkeit allen Menschen lieb und teuer sind. Vor allem jenen, die wie ich selbst den Krieg gekannt haben und die Trennung von Familienmitgliedern der gleichen Nation als ein Ergebnis unmenschlicher und zerstörerischer Ideologien“.

So will der Papst seine Botschaft von Frieden und Versöhnung in das Land bringen, wo auch sieben Jahre nach dem Ende eines 27 Jahre währenden, verheerenden Bürgerkrieges die Infrastruktur noch immer brachliegt, in dem mehr als 500 000 Kriegstote zu beklagen sind, und zahlreiche Straßen wegen der Landminen noch immer unbegehbar bleiben.

Der Dialog sei der einzige Weg, um jeden Konflikt und jede Spannung zu überwinden, mahnte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die Angolaner sollten daher Frieden und Verständigung untereinander aufbauen und damit eine friedliche Zukunft in Solidarität in Afrika fördern. „Gebt nicht dem Gesetz des Stärkeren nach“, forderte der Papst auf. Auch müssten die Rechte der Armen anerkannt werden.

„Die Vielzahl der Angolaner, die unter der Schwelle der absoluten Armut leben, darf nicht vergessen werden“, erinnerte Benedikt. Angola zählt zwar zu den wichtigsten Ölexporteuren des Kontinents, ist dabei aber eines der ärmsten Länder der Welt. So müssen mehrere Millionen Angolaner mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen.

Vor Politikern und Diplomaten in Luanda nannte Benedikt Afrika erneut den „Kontinent der Hoffnung“, sofern es gelinge, sich von den Geißeln der Habgier, Gewalt und Kriege zu befreien. Jede Demokratie brauche heute den Respekt und die Förderung der Menschenrechte, ein kontrollierbares Regieren, eine unabhängige Justiz und freie Presse. Er warnte davor, dass die internationale Entwicklungshilfe ein Opfer der Finanzkrise werden könnte. Afrika brauche anhaltende Solidarität.

Mit scharfen Worten wandte sich Benedikt gegen die Diskriminierung von Frauen und die sexuelle Gewalt gegen sie. Besondere Sorge bereite es ihm, dass manche in Afrika in ihrer Politik die Abtreibung als einen Teil „mütterlicher“ Gesundheitsvorsorge anpriesen. „Was für eine bittere Ironie“, rief Benedikt den Politikern und Diplomaten zu.

Höhepunkt des Papst-Aufenthalts in Angola soll eine Messe mit dem traditionellen Angelus-Gebet am Sonntag werden. Es wird erwartet, dass Benedikt sich dabei auch zur Zukunft des von Krisen und Kriegen geschüttelten Kontinents in Zeiten der Weltwirtschaftskrise äußert. Am Montag kehrt er nach sechstägiger Afrika-Reise nach Rom zurück.

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