Optimismus in schwieriger Zeit

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Optimismus in schwieriger Zeit
Optimismus in schwieriger Zeit (Foto: Roland Rasemann)
Chefredakteur

Neben Optimismus oder Pessimismus spielen auch die politischen Überzeugungen eine Rolle, wenn Menschen ihre Erwartungen für ein neues Jahr formulieren. Die einen halten weiterhin zu Angela Merkel, während die anderen von einer neuen Regierungschefin oder einem Regierungschef träumen – und das unabhängig von der politischen Farbe. Die Europawahl und die Landtagswahlen 2019 werden mitentscheiden, ob Merkel weiter im Bundeskanzleramt sitzen wird oder nicht. Stabilisiert sich die CDU, beendet sie das innerparteiliche Gezeter um Friedrich Merz, dann dürfte das Duo aus Merkel und der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer länger miteinander agieren, als es heute so mancher glaubt.

International dürfte das Jahr schwieriger werden. Der wankelmütige US-Präsident Donald Trump hat bewiesen, dass ihm außer seinem Ego alles andere gleichgültig ist. Dass selbst konservative Experten wie US-Verteidigungsminister James Mattis wegen der politischen Inkompetenz Trumps hinwerfen, sagt vieles aus. Wäre Trump der Präsident eines kleinen, international eher irrelevanten Staates, wären die Volten des Showmans herrlich amüsant. Das Hin und Her in Sachen Syrien passt da bestens ins Bild. Doch Trump ist der mächtigste Mann der Welt, und das macht Angst.

Dennoch könnten in den kommenden zwölf Monaten die Optimisten die Oberhand behalten. Zumindest auf lange Sicht zeigen sich weltweit auch immer wieder positive Entwicklungen in den unterschiedlichsten Bereichen. Die afghanische Provinz Herat etwa galt als die gefährlichste Region des Landes, da sie von Landminen verseucht war. Heute ist Herat nach jahrzehntelanger Arbeit frei von den Sprengsätzen. Vor 20 Jahren waren in Ostafrika über 70 Prozent der Frauen genitalverstümmelt. Jetzt sind es acht Prozent. Das sind immer noch zu viele schlimme Frauenschicksale, es zeigt aber, dass internationale Zusammenarbeit fruchten kann. Und in Indien ist die Müttersterblichkeit gegenüber 2013 um 22 Prozent zurückgegangen. Auch große Staaten sind also nicht beratungsresistent.

All diese positiven Entwicklungen lassen hoffen. In diesem Sinne wünscht die „Schwäbische Zeitung“ ihren Leserinnen und Lesern ein gutes neues Jahr!

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