Nur jeder Zweite hält Organspendesystem für gerecht

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Organspendeausweis
Über das Organspendesystem in Deutschland wird viel debattiert. (Foto: Marie Reichenbach / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den bundesweiten Tag der Organspende als „Tag der Hoffnung“ bezeichnet und zur Auseinandersetzung mit dem Thema aufgerufen.

„Wir wollen mehr Menschen dazu bewegen, sich Gedanken über Organspende zu machen“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Spahn eröffnete am Samstag die zentrale Veranstaltung in Kiel. Mehrere Tausend Interessierte kamen nach Angaben der Veranstalter über den Tag verteilt.

„Begegnungen mit Organempfängern wie heute in Kiel zeigen: Das Thema Organspende ist lebenswichtig“, sagte Spahn und appellierte: „Informieren Sie sich, sprechen Sie mit Ihrer Familie und treffen Sie eine Entscheidung! Damit setzen Sie ein Zeichen der Hoffnung für die fast 10.000 Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Mit einer Entscheidung entlasten Sie zudem ihre Angehörigen, die sonst im Ernstfall diese schwierige Frage beantworten müssen.“

Im Bundestag wird eine Neuregelung angestrebt: Bisher müssen sich Organspender als solche ausdrücklich erklären. Eine Gruppe um Spahn und SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach wirbt für eine „doppelte Widerspruchslösung“: Alle Volljährigen sollen automatisch als Organspender gelten. Man könnte dazu aber noch Nein sagen. Sonst wäre - als doppelte Schranke - auch bei Angehörigen nachzufragen.

Eine andere Gruppe von Abgeordneten um die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und Linke-Chefin Katja Kipping will, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Über die beiden Entwürfe soll der Bundestag voraussichtlich im Herbst ohne Fraktionsvorgaben entscheiden.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) war die Zahl der Organspender 2018 erstmals seit 2010 wieder deutlich gestiegen. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 955 Menschen nach ihrem Tod Organe für schwerkranke Patienten gespendet, wie die Stiftung im Januar mitteilte. Im Vergleich zu 2017 mit 797 Spendern ist dies eine Steigerung von knapp 20 Prozent.

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