Nicht aus Bequemlichkeit impfen lassen – ein Kommentar

 Hajo Zenker
Hajo Zenker (Foto: oho)
VonHajo Zenker

Zum komplizierten Teil der geplanten Corona-Maßnahmen ab Oktober gehört die Maskenpflicht in Innenräumen. Erst einmal kann die jedes Bundesland nach eigenem Dafürhalten dann erlassen, wenn man in der jeweiligen Landesregierung um das Funktionieren des Gesundheitswesens oder der Energieversorgung oder der Polizei fürchtet – genaue Kriterien gibt es dafür allerdings nicht. Ist das passiert, soll man sich selbst als Bürger jedoch von dieser Maskenpflicht wieder befreien können, wenn man etwa beim Besuch von Restaurants, Fitnessstudios, Museen, Konzerten nachweist, aktuell getestet oder „frisch“ geimpft oder genesen zu sein.

Wobei frisch eine 90-Tage-Frist meint. Kritiker wollen darin schon ein Zwangsabonnement für eine Impfung alle drei Monate erkannt haben. Nur kann man ja auch mit Maske oder einem Test Einlass erhalten. Auch wenn die Drei-Monats-Regelung nach einer Impfung knapp bemessen ist: Man muss sich wegen dieser geplanten Regelung nicht impfen lassen. Und man sollte es auch nicht aus Bequemlichkeit tun. Eine Impfentscheidung sollte man nicht vom erwünschten Bar- oder Konzertbesuch ohne Maske abhängig machen, sondern vom weiteren Verlauf der Pandemie.

Und bisher hat sich auch nichts daran geändert, dass die Ständige Impfkommission die vierte Impfung grundsätzlich erst für Menschen ab dem 70. Lebensjahr empfiehlt. Zudem ist der vierfach geimpfte und stets vorsichtige Lauterbach mit seiner aktuellen Corona-Infektion ja bester Beleg dafür, dass es lohnt mal zu schauen, was die für September angekündigten neuen Vakzine wirklich leisten. Etwa, indem sie vielleicht tatsächlich Infektionen besser verhindern, als die derzeit erhältlichen Impfstoffe. Wer keiner besonders gefährdeten Gruppe angehört und schon Impfschutz besitzt, hat die Zeit dafür, sich das anzuschauen und dann zu entscheiden. Und das ganz unabhängig davon, ob die aus dem Streit in der Ampel um die Corona-Politik geborene, komplizierte und schwer zu kontrollierende Masken-Regelung im Bundestag nicht doch noch gekippt wird.

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