Nicht alle Pflege-Probleme gelöst

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Rasmus Buchsteiner
Rasmus Buchsteiner (Foto: Roland Rasemann)
Rasmus Buchsteiner

Darauf mussten Demenzkranke, die keine körperlichen Beeinträchtigungen haben, lange warten: dass sie mehr Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bekommen. Insofern war die neue Einteilung in fünf Pflegegrade, die Anfang Januar in Kraft trat, ein Meilenstein für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Jetzt geht es darum sicherzustellen, dass die Pflegebedürftigen durch das zusätzliche Geld mehr Beratung, Betreuung und Hilfe im Alltag erhalten.

Dass sich das neue System nicht mehr nach der Zeit richtet, die für die Pflegebedürftigen benötigt wird, sondern nach ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit, ist ein Fortschritt. Doch damit sind nicht alle Probleme in der Pflege gelöst. Am Pflegenotstand in vielen Heimen, dem Fachkräftemangel und der niedrigen Bezahlung der Beschäftigten wird diese Reform nichts ändern. Noch immer liegen die Löhne in der Altenpflege weit unter denen in der Krankenpflege. Wer aber den Pflegekräften mehr bezahlen und den Beruf so attraktiver machen möchte, muss auch beantworten, wo das Geld herkommen soll. Eine Aufgabe für die nächste Legislaturperiode. Nach der Reform ist vor der Reform.

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