Neue US-Afghanistan-Strategie auf dem Prüfstand

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Deutsche Presse-Agentur

Die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama steht heute auf dem Prüfstand einer hochrangigen internationalen Konferenz in Den Haag.

Zu den Beratungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, die von den USA bereits Anfang März angeregt worden waren, haben sich Politiker sowie Vertreter von Organisationen und Interessengruppen aus fast 90 Staaten angesagt - unter ihnen US-Außenministerin Hillary Clinton und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).    

Auch der Iran hat seine Teilnahme an dem Treffen angekündigt, das am Vormittag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Afghanistans Präsidenten Hamid Karsai eröffnet wird. Die Führung in Teheran reagierte mit ihrer Zusage auf den kürzlich von Obama betonten Wunsch nach Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Auf welcher Ebene Teheran vertreten sein wird, blieb zunächst unklar.    

Beobachter rechnen zwar nicht damit, dass es in Den Haag bereits zu substanziellen bilateralen Gesprächen zwischen Außenministerin Clinton und einem Vertreter Teherans kommt. Jedoch betonten US- Regierungsbeamte, dass auch der Iran als Nachbarland Afghanistans und Pakistans Folgen des Konflikts mit den extremistischen Taliban und den El-Kaida-Terroristen zu spüren bekomme - unter anderem durch die Zunahme des illegalen Heroin-Handels - und daher an einer Lösung interessiert sein müsste.     

US-Präsident Obama hatte am vergangenen Freitag erheblich größere Anstrengungen zur Zerschlagung der Terror-Organisation El Kaida in Afghanistan und dessen Nachbarland Pakistan angekündigt. Dazu sollen die US-Truppen in Afghanistan um 17 000 auf mehr als 50 000 Soldaten verstärkt werden. 4000 zusätzliche Ausbilder und Berater sollen beim Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte helfen. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Afghanistans und Pakistans soll stärker unterstützt werden.  

Beobachter erwarten, dass auf der Konferenz im Haager World Forum auch über Obamas Vorschlag zur Bildung einer „neuen Kontaktgruppe für Afghanistan“ gesprochen wird. Daran sollen sich nach den Vorstellungen des US-Präsidenten alle Staaten beteiligen, die Einfluss auf die Sicherheitslage in der Region haben. Dazu werden neben den NATO-Mitgliedern die Länder Zentralasiens sowie der Iran, Russland, Indien und China gezählt.

Nach den Worten von Außenminister Steinmeier bietet die Afghanistan-Konferenz kurz vor dem NATO-Gipfel, an dem am Freitag in Baden-Baden und Straßburg auch US-Präsident Obama teilnimmt, „Gelegenheit zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme“. Washingtons neuer Ansatz könne in Den Haag im Einzelnen erörtert werden. Deutschland und die anderen NATO-Staaten haben das neue amerikanische Herangehen im Afghanistan-Konflikt generell begrüßt.  

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