Neue Minister: Scheuer muss als Erster gehen

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Andreas Scheuer
Andreas Scheuer ist in der Bevölkerung unbeliebt. (Foto: Bernd Thissen / dpa)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht das, was bayerische Regierungschefs seit jeher tun: Druck auf Berlin. Er will mit einer anderen Mannschaft ins Bundestagswahljahr 2021 starten, von der jetzigen erwartet er sich wenig Gutes – das hat er deutlich gesagt. Um den Druck auf die Große Koalition zu erhöhen, stellt er nun den Austausch der CSU-Minister Horst Seehofer, Andreas Scheuer und Gerd Müller in Aussicht. Wer gehen muss, ist bislang offen.

Würde Söder rein nach Beliebtheitswerten entscheiden, müsste ohne Zweifel der Jüngste von ihnen, der 45-jährige Scheuer, seine Kisten im Verkehrsministerium packen. Denn selbst der CSU wohlgesonnenen Bürgern will es nicht in den Kopf, warum Scheuer für das Millionendebakel Maut nicht die Verantwortung übernimmt.

Doch Söder spricht von einer „Zukunftsmannschaft“ – und das klingt so, als zählten für ihn nicht nur die Kompetenz von Politikern, sondern auch ihr Alter. Doch Lebensjahre sagen wenig über die geistige Beweglichkeit von Menschen, das sollte Söder bedenken. Entwicklungsminister Müller ist inzwischen 64 Jahre alt, kümmert sich aber um die Themen, die auch bei Fridays-for-Future-Aktivisten angesagt sind: beispielsweise den Kampf gegen Klimawandel und Fluchtursachen. Sollte es nach der Wahl 2021 tatsächlich zu einer schwarz-grünen Koalition kommen, könnte sich die CSU mit ihm gut positionieren.

c.kling@schwaebische.de

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