NATO berät Verstärkung von Afghanistan-Einsatz

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Deutsche Presse-Agentur

Die Verteidigungsminister der 26 NATO-Staaten beraten heute in Krakau (Polen) über eine Verstärkung des Militäreinsatzes in Afghanistan.

NATO-Diplomaten erwarteten eine Aufforderung von US-Verteidigungsminister Robert Gates an die NATO-Verbündeten, die militärischen und zivilen Anstrengungen zu verstärken. Am Mittwoch hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, 17 000 zusätzliche amerikanische Soldaten nach Afghanistan zu schicken.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung wird nach Angaben von Diplomaten erklären, dass die Bundesregierung keine erneute Ausweitung des Afghanistan-Mandats für die Bundeswehr plant. Es war erst im Oktober von 3500 auf 4500 Soldaten ausgedehnt worden. Jung dürfte allerdings die deutsche Bereitschaft bekräftigen, 600 Bundeswehrsoldaten für drei bis vier Monate zur Absicherung der Präsidentenwahl im August zusätzlich nach Afghanistan zu schicken. Die von der NATO geführte Schutztruppe ISAF hat derzeit 55 000 Soldaten in Afghanistan, davon 3500 deutsche.

Die US-Soldaten, die zusätzlich nach Afghanistan entsenden werden, sollen bis zum Sommer einsatzbereit sein - rechtzeitig vor den nationalen Wahlen im August. Das teilte der Oberkommandierende der Truppen in Afghanistan, David McKiernan, am Mittwoch in Washington mit. Zugleich warnte er aber vor zu hohen Erwartungen: Es sei trotz der Verstärkung unwahrscheinlich, dass sich die unstabile von Gewalt geprägte Lage im Land rasch ändere.

„Ich muss Ihnen sagen, dass 2009 ein schwieriges Jahr wird“, sagte der General vor Journalisten. Er erwarte, dass die Kämpfe im Sommer noch zunehmen würden.

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