Natalie Dedreux, Aktivistin für Menschen mit Downsyndrom

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 Natalie Dedreux am Mittwoch bei der Demonstration gegen die Kostenübernahme für Trisomie-Bluttests.
Natalie Dedreux am Mittwoch bei der Demonstration gegen die Kostenübernahme für Trisomie-Bluttests. (Foto: dpa)
Redakteur Politik

Wenn es ein Gesicht gibt für die Kampagne gegen die Kostenübernahme für Trisomie-Bluttests durch gesetzliche Krankenkassen, dann ist es das von Natalie Dedreux. Die 20-Jährige ist Aktivistin für die Rechte von Menschen mit Downsyndrom. Sie lebt selbst mit dem Downsyndrom. Dedreux hat eine Online-Petition gegen die Zulassung des Bluttests für schwangere Frauen als Kassenleistung initiiert. Ihr Titel: „Menschen mit Downsyndrom sollen nicht aussortiert werden!“ Knapp 14 500-mal ist die Petition – Stand Donnerstagnachmittag – unterschrieben worden. Am Mittwoch demonstrierte Dedreux mit 200 Menschen vor dem Bundestag. Am Donnerstag sagte sie in einem Interview im Deutschlandfunk: „Ich will nicht, dass der Bluttest von den Krankenkassen jetzt sofort bezahlt wird, weil es sonst weniger Menschen mit Downsyndrom auf der Welt gibt. Das Downsyndrom ist ja auch keine Krankheit, sondern etwas Besonderes.“

Bekannt wurde Dedreux durch eine Frage an Angela Merkel

Bundesweit bekannt wurde Dedreux im Bundestagswahlkampf 2017. In der ARD-Wahlarena sagte sie Bundeskanzlerin Angela Merkel, neun von zehn Babys mit Downsyndrom würden in Deutschland abgetrieben – und fragte sie dann: „Wie stehen Sie zum Thema Spätabbruch?“ Merkel war sichtlich berührt von der Frage, verwies darauf, dass die Union sich erfolgreich für eine verpflichtende Beratung bei späten Abtreibungen eingesetzt habe. Die Kanzlerin nannte Dedreux einen „tollen Menschen“ – und stellte in Aussicht, sie an ihrem damaligen Arbeitsplatz bei der Caritas in Köln zu besuchen. Das tat Merkel dann auch ein paar Monate später – und sprach eine halbe Stunde mit Dedreux.

Dedreux möchte Journalistin werden. Derzeit macht sie ein Praktikum beim Deutschlandfunk, seit längerem schreibt sie Beiträge für das Blog des Magazins „Ohrenkuss“, in dessen Redaktion seit 1998 Menschen mit Downsyndrom arbeiten. Ob sie ein Vorbild sei für andere Menschen mit Downsyndrom, wurde Dedreux im Deutschlandfunk-Interview noch gefragt. „Ja“, sagte Dedreux. „Ich zeige ja natürlich das, was Menschen mit Downsyndrom alles leisten können.“

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