Cem Özdemir will nach Kritik die Protest-Bauern treffen

Abschluss G7-Agrarministertreffen
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hat bei der Abschluss-Pressekonferenz des G7 Treffens der Agrarminister zugesagt, sich mit den Bauern, die am Rand des Treffens protestiert hatten, zu treffen. (Foto: Bernd Weißbrod)
Reporterin der Chefredaktion

Cem Özdemir hat ein Treffen mit den Landwirten der Vereinigung „Land schafft Verbindung“ angekündigt. Bei der Abschluss-Pressekonferenz des G7-Agrarministertreffens in Stuttgart erklärte der Bundes-Agrarminister, er wolle sich demnächst mit Vertretern von „Land schafft Verbindung“ treffen. Am liebsten hätte er während der Tagung direkt das Gespräch mit den protestierenden Bauern gesucht, was zeitlich nicht möglich gewesen sei.

Stattdessen wurde der Tagungsort am zweiten Tag der Konferenz kurzfristig von Schloss Hohenheim ins Waldhotel Degerloch verlegt. Man wollte sicherstellen, dass die Gäste rechtzeitig die Konferenz verlassen können und ihre Flüge erreichen können und nicht durch die anrollenden Trecker behindert werden, erklärte Özdemir.

Bei den Landwirten hatten Özdemirs Äußerungen für Unmut gesorgt. Er hatte am Freitag in einem Interview zu den Bauern-Protesten gesagt, er könne keine Rücksicht auf „radikale Ränder“ nehmen, sondern wolle in seiner Politik den „Kurs der Mitte“ verfolgen, zwischen Umweltschutz und Ernährungssicherung. 

Am Freitag hatten vor dem Tagungsort Schloss Hohenheim, wo Özdemir die Amtskollegen der G7 Länder, den ukrainischen Agrarminister Mykola Solskyj und Vertreter internationaler Organisationen empfing, mehrere Landwirte der Vereinigung „Freie Bauern“ demonstriert. Am Samstag rollten dann 21 Trecker der Bauern von „Land schafft Verbindung“ an.

Beide Organisationen sehen sich keineswegs als „radikale Ränder“, sondern als „Vertreter der bäuerlichen Familienbetriebe“, wie Wolfgang Kölle von „Land schafft Verbindung“ der „Schwäbischen Zeitung“ sagte. Gemeinsam fordern sie, kleine landwirtschaftliche Betriebe zu schützen, indem Importe mit den gleichen Standards belegt werden wie deutsche Produkte.

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