Muslime begrüßen Urteil im "Ehrenmord"-Prozess

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Deutsche Presse-Agentur

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat das Urteil im Hamburger Prozess um den sogenannten Ehrenmord an der Deutsch-Afghanin Morsal begrüßt.

„Ich bin froh, dass der Richter nicht auf Totschlag erkannte, sondern die volle Härte des Gesetzes den Angeklagten hat spüren lassen“, sagte Generalsekretär Aiman Mazyek am Samstag dem Radiosender NDR Info. Morsals Bruder war am Freitag für die tödliche Messerattacke auf seine Schwester wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das hatte im Gerichtssaal zu Tumulten unter den Angehörigen geführt. Der 24- Jährige habe die Religion vorgeschoben und sich mildernde Umstände erhofft, sagte Mazyek. „Gott sei Dank ist der Richter nicht darauf reingefallen.“

„Wir dichten sehr viel Islam in Sachen hinein, wo er eigentlich gar nicht hingehört“, sagte Mazyek. „Es gibt keinen leisesten Verdacht, dass Mord aus Ehre oder sonstigen Gründen zu rechtfertigen ist. Mord bleibt Mord.“ Der Verweis auf die unterschiedlichen Kulturen sei lediglich eine vorgeschobene Argumentation gewesen. Es sei wichtig, den Täter und die Tat als solche zu beschreiben und nicht zu versuchen, Religion als Begründung heranzuziehen. „Die Staatsanwaltschaft hat ja nicht umsonst gesagt, dass sie den Begriff Ehrenmord hier an dieser Stelle fehl am Platz oder nicht richtig findet“, sagte Mazyek.

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