Mit der Krim-Brücke grenzt Russland sich ab

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Eine Brücke, die abgrenzt
Eine Brücke, die abgrenzt
Klaus-Helge Donath

Die Landverbindung der Krim zu Russland steht – und wieder schafft Wladimir Putin neue Fakten. Wäre er doch Bauleiter beim Berliner Flughafen.

Doch dem Brückenschlag haftet etwas Künstliches an. Der Makel der unrechtmäßigen Annexion durch Russland wird der Krim lange anhängen. Zumal die Landnahme letztlich ein Misserfolg bleiben wird: Putin gewann zwei Millionen ethnische Russen auf der Krim und im Osten der Ukraine – und verlor 40 Millionen zuvor russlandfreundliche Bürger im Rest des Nachbarlandes. Mit jedem Wort, jedem Schritt treibt der Kremlchef sie in die Arme des Westens.

Die Ukraine macht Ernst. Ihre Abkehr von Russland vollzieht sich auf allen Ebenen und scheint für Jahrzehnte irreversibel zu sein. Sie lehnt den Autoritarismus des angeblichen „großen Bruders“ ab. Und damit ist sie jeden Tag erfolgreicher.

Putin hat eine Brücke gebaut. Tatsächlich aber hat er fast alle Brücken eingerissen, die den Zusammenbruch der Sowjetunion überstanden hatten. Baut Putin Brücken, dann um abzugrenzen.

politik@schwaebische.de

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