Merkel kritisiert Boni für Bankmanager

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die geplante Ausschüttung von Millionen-Boni an Bankmanager inmitten der Finanzkrise wird von der Bundesregierung einhellig kritisiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte dem Magazin „Der Spiegel“: „Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonussummen auszahlen.“ Dies werde auch ein Thema beim Weltfinanzgipfel der G20-Staaten Anfang April in London sein. Das Bonussystem müsse „international klarer an den wirklich nachhaltigen Erfolg der Banken gekoppelt werden“, forderte Merkel.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) äußerte Unverständnis darüber, dass die Boni quasi als Bestandteil des Festgehalts vergütet „und selbst dann verdient werden, wenn das Unternehmen am Abgrund steht“. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sagte: „Wo Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit verkürzen und auf Lohn verzichten, können nicht freigiebig Boni gezahlt werden“. Die Ministerin für Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU), rügte: „Wenn Bankkunden Verluste hinnehmen müssen, dürfen die dafür Verantwortlichen nicht belohnt werden.“

Auch der Vorstandschef des Versicherungskonzerns Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, kritisierte die Boni-Regeln. Gerade die hohen, kurzfristigen Boni hätten als „eine Art Brandbeschleuniger der Krise“ gewirkt, sagte der Konzernchef dem „Spiegel“. Die Aufsichtsräte und Investoren, die solche Vergütungssysteme geschaffen hätten, müssten sich ebenso der Kritik stellen wie die Top-Manager.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen