Massenproteste gegen Regierung in Thailand

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Deutsche Presse-Agentur

Rund 25 000 Regierungsgegner haben in Bangkok den Amtssitz des thailändischen Regierungschefs Abhisit Vejjajiva umstellt und seinen Rücktritt gefordert. Die mehrheitlich in rote T-Shirts gekleideten Demonstranten halten die Machtübernahme von Abhisit im Parlament für illegal.

Sie sind fanatische Anhänger des 2006 vom Militär gestürzten, aber vor allem unter den Armen noch populären Regierungschefs Thaksin Shinawatra.

Dessen Parteigänger hatten zwar die Wahlen im Dezember 2007 gewonnen. Doch stolperte die Regierungspartei ein Jahr später über eine Verurteilung wegen Wahlbetrugs. Abhisit, dessen Partei bei den Wahlen unterlegen war, gelang es dann, Überläufer aus der Regierungskoalition zu gewinnen und im Parlament eine Mehrheit zu bilden.

Dem Regierungswechsel waren im vergangenen Jahr monatelange Massenproteste vorausgegangen, die im November in der Besetzung der Flughäfen von Bangkok gipfelten und das Land praktisch lahmlegten. Die Proteste führte eine außerparlamentarische Opposition, die einzig in ihrem Hass auf Thaksin und dessen Parteigänger geeint war. Die Bewegung kleidete sich in der Königsfarbe gelb, um Loyalität zum in weiten Teilen des Volkes beliebten Königshaus zu demonstrieren.

Die Demonstration der Rothemden verlief unter der Aufsicht von 10 000 Soldaten und Polizisten weitgehend friedlich. „Wir gehen erst, wenn die Regierung aus dem Amt ist“, drohte einer ihrer Anführer, Jatuporn Promphan. Ähnlich hatten sich die Gelbhemden im vergangenen Jahr verhalten. Sie hatten den Regierungssitz vier Monate lang besetzt gehalten. Das Kabinett musste in andere Gebäude ausweichen. Thaksin wollte sich am Abend (Ortszeit) aus dem Exil in einer zwischenzeitlich abgesagten, dann aber wieder angekündigten Live-Schaltung per Telefon an seine Anhänger wenden. Der Milliardär war wegen Amtsmissbrauchs in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

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