Maduro-Regierung will Beziehungen nach Berlin normalisieren

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Deutsche Presse-Agentur

Die venezolanische Regierung von Präsident Nicolás Maduro wirft Deutschland zwar weiter Einmischung in innere Angelegenheiten vor, wirbt aber trotzdem für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern.

„Die Beziehungen zwischen Deutschland und Venezuela befinden sich in der Tat in einer Krise“, sagte Vize-Außenminister Yván Gil der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag während seines Besuchs in Berlin. „Trotzdem sind wir immer zu Gesprächen bereit.“ Er forderte „Beziehungen des gegenseitigen Respekts“.

In Venezuela tobt seit Januar ein Machtkampf zwischen Maduro und dem selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó, der Maduro Wahlfälschung vorwirft und von zahlreichen westlichen Staaten einschließlich Deutschland anerkannt wird. Maduros Regierung wertet das als völkerrechtswidrige Einmischung in innere Angelegenheiten und hat deswegen im März den deutschen Botschafter Daniel Kriener ausgewiesen. „Venezuela hat den deutschen Botschafter zur Persona non grata erklärt. Aber wir würden gerne sobald wie möglich zur Normalität zurückkehren“, sagt Gil nun.

Bundesaußenministerminister Heiko Maas hatte am Dienstag Vertreter von 29 Ländern Lateinamerikas und der Karibik - darunter 21 Außenminister - zu einer großen Konferenz im Auswärtigen Amt empfangen. Venezuela war das einzige Land, das nicht eingeladen wurde. Gil reiste trotzdem nach Berlin, traf sich mit Linken-Bundestagsabgeordneten und nahm an einer Protestveranstaltung gegen die Venezuela-Politik der Bundesregierung in der Berliner Veranstaltungshalle „Urania“ teil, zu der etwa 750 Menschen kamen.

Eigentlich wollte sogar Maduros Außenminister Jorge Arreaza nach Berlin kommen. Er musste aber kurzfristig zu einer neuen Verhandlungsrunde zwischen Vertretern von Regierung und Opposition in die norwegische Hauptstadt Oslo.

Maas hatte das Thema Venezuela bei seiner Lateinamerika-Konferenz bewusst weitgehend ausgeklammert. „Wir dürfen unsere Beziehungen nicht alleine auf Krisendiplomatie reduzieren“, sagte er. Bei seiner Lateinamerika-Reise nach Brasilien, Kolumbien und Mexiko vor vier Wochen war es aber eines der bestimmenden Themen. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá traf er damals den „Schatten-Außenminister“ Guaidós, Julio Borges.

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