Madagaskars Militär schießt auf Demonstranten

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Deutsche Presse-Agentur

Auf der Tropeninsel Madagaskar haben Soldaten am Samstag im Anschluss an eine Kundgebung in der Hauptstadt Antananarivo das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Dabei wurden nach Augenzeugenberichten mindestens zehn Menschen getötet und dutzende weitere teils schwer verletzt.

Das Feuer dauere an, hieß es am frühen Nachmittag. Die Menge hatte in der Hauptstadt Antananarivo an einer Kundgebung des selbst ernannten Präsidenten Andry Rajoelina teilgenommen.

Er hatte vor 25 000 Anhängern seiner Demokratiebewegung zuvor eine Gegen-Regierung zu der von Amtsinhaber Marc Ravalomanana präsentiert. Danach waren etwa 10 000 Menschen protestierend zum Stadtpalast gezogen, wo sich ihnen schwer bewaffnete Soldaten einer Spezialeinheit in den Weg stellten. Nach ersten friedlichen Verhandlungen seien einige Demonstranten plötzlich vorwärts gestürmt.

Bereits nach der ersten Salve aus automatischen Waffen lagen nach Augenzeugenberichten mindestens 20 Menschen leblos am Boden. Nach einer zweiten Salve brach Panik aus. Journalisten vor Ort beobachteten den Abtransport von mindestens zehn Leichen und sprachen von zahlreichen Schwerverletzten, darunter auch Kindern.

Die erneute Eskalation der seit zwei Wochen andauernden Gewalt findet vor dem Hintergrund von Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen statt. Noch am Samstag wird der UN-Sondergesandte Maile Menkerios auf der Insel erwartet. Unklar war allerdings, wann er eintreffen wird, da wegen eines nahenden tropischen Wirbelsturms mehrere internationale Flüge abgesagt wurden.

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