London verweigert Islam-Gegner Wilders die Einreise

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Deutsche Presse-Agentur

Die Verweigerung der Einreise für den niederländischen Islam-Gegner Geert Wilders durch Großbritannien hat eine diplomatische Verstimmung zwischen beiden Ländern ausgelöst.

Den Haags Botschafter in London, Pim Waldeck, habe das „Missfallen“ seiner Regierung zum Ausdruck gebracht, berichteten holländische Zeitungen am Freitag. Der christdemokratische Außenminister Maxime Verhagen sah sich gezwungen, dem Rechtspopulisten Wilders Unterstützung bei einer möglichen gerichtlichen Beschwerde gegen die britischen Behörden anzubieten.

Zugleich machte Verhagen deutlich, dass Den Haag kein Interesse an einer Eskalation des Streits mit einem seiner engsten Verbündeten habe. Mit dem Versuch, Druck auszuüben, sei eine Einreise Wilders in Großbritannien nicht zu erreichen, sagte er. Nach Angaben der Zeitung „Trouw“ reagierte London auf diplomatischem Wege „gereizt“ auf die niederländische Kritik. In Kommentaren hieß es, das Vorgehen der Briten gegen ein gewähltes Mitglied des niederländischen Parlaments sei ungeachtet der Ansichten von Wilders eine klare Verletzung des Rechts auf Bewegungs- und Meinungsfreiheit in der EU.

Dem Rechtspopulisten war am Vortag am Londoner Flughafen Heathrow die Einreise verweigert worden. Er war auf Einladung eines Mitglieds des britischen Oberhauses nach London geflogen, um dort seinen Anti-Islam-Film „Fitna“ zu zeigen. Bei dem Streifen, der den Koran als faschistisches Buch kritisiert, handelt es sich um eine Collage von blutrünstig anmutenden Koran-Zitaten mit Bildern von Terroranschlägen, darunter in New York und London.

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