Lichterkette gegen Atomkraft und Pannen-Lager Asse

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Deutsche Presse-Agentur

Mit einer 52 Kilometer langen Lichterkette wollten am Abend tausende Bürger in der Region Braunschweig gegen Atomkraft demonstrieren.

Von Braunschweig bis zum etwa 25 Kilometer entfernten einsturzgefährdeten Atommülllager Asse (Kreis Wolfenbüttel) und von dort bis zum künftigen atomaren Endlager Schacht Konrad in Salzgitter sollten unter dem Motto „Licht ins Dunkel bringen“ Fackeln und Taschenlampen leuchten.

Viele Pannen in dem alten Salzbergwerk hätten die Menschen für das Thema sensibilisiert, sagte Mitorganisator Peter Dickel. In der Asse lagern rund 126 000 Fässer mit Atommüll, unter anderem aus allen 13 deutschen Kernkraftwerken.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), zu dessen Wahlkreis Salzgitter und Wolfenbüttel zählen, wandte sich am Donnerstag in einer Anzeige in der „Braunschweiger Zeitung“ an die Bürger. Jetzt komme es darauf an, dass sorgfältig, ohne Zeitdruck und ohne politische Vorgaben die Sicherungsmaßnahmen in der Asse untersucht würden.

„In der Asse wurde Recht und Gesetz gebrochen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, laut vorab verteiltem Redemanuskript bei der Aktion in Braunschweig. Die Gesundheit und das Leben von Beschäftigten und Anwohnern sei gefährdet worden. Die Endlagerung von Atommüll in Salzgestein müsse grundsätzlich infrage gestellt gestellt werden. Er nahm damit Bezug auf das geplante Endlager in einem Salzstock in Gorleben. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche hatte in einem Interview mit dem rbb-Inforadio gefordert, Gorleben nicht infrage zu stellen. Die Asse sei von 1909 bis 1964 als Salzbergwerk genutzt worden und deshalb löchrig. Der Salzstock in Gorleben sei intakt.

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