Leipziger OB könnte Städtetags-Chef werden

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Leipzigs OB Burkhard Jung kandidiert für das Amt des Städtetagspräsidenten.
Leipzigs OB Burkhard Jung kandidiert für das Amt des Städtetagspräsidenten. (Foto: dpa)
Agence France-Presse

Wenn der Deutsche Städtetag in gut drei Wochen seinen neuen Präsidenten wählt, ist das mehr als eine Personalie. Mit dem Leipziger SPD-Politiker Burkhard Jung soll erstmals ein ostdeutscher Oberbürgermeister an die Spitze des kommunalen Spitzenverbands rücken. Als Städtetagspräsident öffnen sich dem 61-Jährigen Türen in höchste politische Kreise. „Dass den Leipzigern das zugetraut wird, heißt auch: Wir sind angekommen in der Bundesliga der deutschen Städte“, sagte Jung am Freitag zu seiner Nominierung.

Der in Siegen in Westfalen geborene Jung ist Lehrer für Deutsch und Religion und kam 1991 nach Leipzig, um in der sächsischen Stadt das Evangelische Schulzentrum aufzubauen. 2006 wurde er erstmals zum Oberbürgermeister gewählt. 2013 wurde Jung, der im Dezember noch einmal Vater wurde und fünf Kinder und mehrere Enkel hat, in seinem Spitzenamt bestätigt.

Seit Jahren verzeichnet die Stadt einen massiven Bevölkerungszuwachs, allein zwischen 2007 und 2017 wuchs Leipzig um fast 72 500 Einwohner. Heute leben mehr als 596 000 Menschen in der Messestadt, was zugleich erhebliche Probleme etwa bei der Versorgung mit Wohnraum, mit Kitaplätzen und im Verkehr mit sich brachte.

Jung, der auf Menschen zugehen kann und als guter Rhetoriker gilt, bewegt sich sicher auf großem Parkett. 2015 begleitete er den damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit den Thomanern und dem Gewandhausorchester nach Israel, um 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen zu feiern. In der vergangenen Woche empfing er den britischen Thronfolger Charles und dessen Frau Camilla in Leipzig. Und im Herbst steht der nächste Höhepunkt an – der 30. Jahrestag der friedlichen Revolution.

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