Landwirte nicht im Stich lassen

Lesedauer: 3 Min
Landwirte nicht im Stich lassen
Landwirte nicht im Stich lassen (Foto: Roland Rasemann)
Andreas Herholz
Redakteur

Noch ist kein Ende der Hitzewelle abzusehen, und die genauen Auswirkungen der Dürre auf die Landwirtschaft sind nicht klar, da präsentiert der Deutsche Bauernverband schon mal eine Rechnung. Eine Milliarde Euro, bitte! Und zwar schnell! Präsident Joachim Rukwied hat die Verluste überschlagen, noch bevor überhaupt die Ernte eingefahren ist und ein genaues Bild der Lage vorliegt.

Dieser extreme Sommer bedroht zweifelsohne die Existenz mancher Landwirte, führt zu Ernteausfällen, wie man sie lange nicht erlebt hat. Doch des einen Leid ist des anderen Freud. Mancher Obstbauer oder auch mancher Winzer profitiert vom sogenannten Supersommer. Und im Süden ist die Lage der Bauern, zumindest in den meisten Regionen, deutlich entspannter als im Norden oder Osten Deutschlands.

Dennoch: Dort, wo die Not groß ist, wo es um die Existenz von Höfen und Familien geht, sind jetzt die Länder und auch der Bund gefordert. Wer Wert darauf legt, dass hierzulande die Landwirtschaft noch eine Zukunft hat, muss auch dafür Sorge tragen, dass die Bauern auch in solchen Katastrophenlagen nicht im Stich gelassen werden.

Dort, wo die Not groß ist, sollte es Darlehen geben, sollten Steuern gestundet werden und als Ultima Ratio auch staatliche Hilfen fließen. Schließlich geht es hier um die Sicherung der Ernährung des ganzen Landes, um den Erhalt von Arbeitsplätzen und nicht zuletzt auch um die Landschaftspflege, was oftmals vergessen wird.

Die Rekordhitze sollte aber auch Anlass für die Landwirte sein, umzudenken und eine wirkliche Agrarwende einzuleiten. Schließlich leistet auch die Agrarindustrie einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zum Klimawandel. Sie muss ihrer Verantwortung gerecht werden. Ein „Weiter so“ darf es angesichts dieser Entwicklung nicht geben. Zum Nulltarif wird dies allerdings nicht möglich sein. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse müssen dann auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher teurer werden, damit die Landwirte rentabel wirtschaften können.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen