Krise erreicht Ausbildungsmarkt

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Deutsche Presse-Agentur

Die Wirtschaftskrise ist auf dem Lehrstellenmarkt angekommen. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge bei Industrie und Handel dürfte um bis zu 36 000 sinken, berichtete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Mittwoch in Berlin.

Er fürchte einen Rückgang um fünf bis zehn Prozent von zuletzt 365 000 neuen Ausbildungsverträgen 2008, sagte DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben. Damit wäre ein großer Teil des Zuwachses seit Start des Ausbildungspakts 2003 zunichtegemacht. Seither stieg die Zahl der Verträge um 56 000.

Völlig unvorhersehbar sei die weitere Entwicklung nach dem konjunkturellen Einbruch im ersten Quartel. Bei weiterem Schrumpfen „haben wir nicht nur auf dem Ausbildungsmarkt ein wirkliches Problem“, sagte Wansleben. Laut DIHK-Umfrage planen 27 Prozent der Unternehmen Einschnitte beim Ausbildungsangebot. Schwerpunktmäßig seien der exportorientierte Maschinenbau und die Autozulieferer in Bayern, Baden-Württemberg und dem Ruhrgebiet betroffen.

Wegen Nachfragerückgangs würden die Jugendlichen trotz allem etwa die gleichen Chancen auf einen Platz bekommen wie in den Vorjahren. 73 Prozent der Unternehmen halten ihr Lehrstellenangebot aufrecht oder planen Steigerungen. DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun warnte im RBB vor steigendem Fachkräftemangel.

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