Kommentar: Logische Neuordnung der Entwicklungshilfe

Lesedauer: 2 Min
Logische Neuordnung
Logische Neuordnung (Foto: Roland Rasemann)

Jede gute Entwicklungshilfe muss ein klares Ziel haben: sich selbst überflüssig zu machen. In den mehr als fünf Jahrzehnten, seit der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke die ersten deutschen Entwicklungshelfer nach Übersee geschickt hat, ist dieser Gedanke bisweilen etwas aus dem Blick geraten. Auch die Welt hat sich verändert. Zuletzt wurde immer mal wieder kritisiert, dass selbst die kommende Supermacht China noch bestimmte Förderungen aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit erhielt.

Das deutsche Engagement neu zu ordnen und sich auf Partnerländer zu konzentrieren, in denen man mit geballtem Mitteleinsatz wirklich etwas erreichen kann, ist daher plausibel. Es folgt derselben Logik, nach der die Bundesregierung bereits zuvor mehrere „Reformpartnerschaften“ mit Ländern eingegangen ist, deren Entwicklung Anlass zur Hoffnung gibt.

Dass bei der Auswahl der Länder auch strategische und wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen, ist legitim. Dies hat freilich einen Pferdefuß: Gerade die ärmsten Staaten gehen leer aus. Dort ist die Arbeit nichtstaatlicher Organisationen gefragter denn je.

u.mendelin@schwaebische.de

Mehr zum Thema

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen