Kommando Spezialkräfte wird mobiler und schneller

Lesedauer: 4 Min
Die Testpiloten Andreas Buttenmüller von der Bundeswehr und Volker Bau (rechts) von Airbus freuen sich über den neuen Hubschraub
Die Testpiloten Andreas Buttenmüller von der Bundeswehr und Volker Bau (rechts) von Airbus freuen sich über den neuen Hubschraub (Foto: Ludger Möllers)
Schwäbische Zeitung
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr in Calw kann künftig besser in bebautem Gelände operieren: Der neue Hubschrauber, mit dem die Soldaten ab 2017 zum Einsatzort und zurück gebracht werden, ist nach Herstellerangaben wendiger, leiser und besser geschützt als die bisher genutzten Modelle. Vor allem aber ist das am Dienstag bei Airbus in Donauwörth vorgestellte Fluggerät gut zwei Jahre nach Auftragserteilung verfügbar und im vereinbarten Kostenrahmen abgeliefert worden: für ein Rüstungsprojekt bemerkenswert.

Die 15 Maschinen werden in Laup-heim stationiert, die ersten beiden Hubschrauber treffen im Januar ein. „Der Weg von und zur Arbeit wird für uns leichter“, kommentiert der KSK-Kommandeur, Brigadegeneral Dag Baehr (50) die neue Maschine. Bis zu acht seiner Soldaten mitsamt ihrer Ausrüstung kann der Helikopter vom Typ H145M transportieren.

Viel zu tun für das KSK

Beispiele aus dem KSK-Aufgabenspektrum sind die ständige Bereitschaft zur Rettung von bedrohten oder gefangenen deutschen Staatsbürgern im Ausland oder die Festsetzung von Kriegsverbrechern in Krisengebieten. Zu den möglichen Aufgaben könnten auch Aktionen zur Befreiung von abgestürzten Tornado-Piloten in Syrien gehören, dazu hatte es vergangene Woche Spekulationen gegeben. Zwar dementierte die Regierung – aber nur halbherzig.

Zu tagesaktuellen Fragen will sich General Baehr nicht äußern: „Ich tue das, was die Politik mir sagt.“ Lieber spricht er über die Vorzüge des neuen Airbus-Geräts: „Der Hubschrauber schließt eine Fähigkeitslücke der KSK.“ Denn bisher waren die KSK-Kräfte mit drei bis fünf Mann in kleinen und alten Helikoptern vom Typ BO 105 unterwegs – oder mit 25 bis 35 Soldaten in den großen und ebenso alten CH 53-Maschinen. Ein weiteres Problem: Nur 60 Prozent der CH 53-Hubschrauber sind einsatzbereit, sie werden aber weiter benötigt.

Mit dem H 145 M könnte manches besser werden. Denn das Militärgerät nutzt erprobte zivile Technik, so- dass sich die Entwicklungszeit auf gut zwei Jahre verkürzt hatte: „Ein risikoarmer Ansatz“, wie Generalleutnant Karl Müllner, der Inspekteur der Luftwaffe, sagt. Bei Größe und Bewaffnung habe man Abstriche machen müssen: „Aber dafür fliegt der Hubschrauber heute schon, während ein ganz neues Projekt jetzt noch auf dem Reißbrett wäre.“

Die bei der Bundeswehr benötigte Zusatzausrüstung wie Selbstschutzanlage und Panzerung wurde nachgerüstet. Dazu General Baehr: „Wir haben gesagt, wie Soldaten einsteigen, wie sie aussteigen, wie sie sich abseilen, wie sie Personen an Bord nehmen: und so wurde gebaut.“

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen