Keine Strategie der USA in Syrien erkennbar

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Keine Strategie der USA in Syrien erkennbar
Keine Strategie der USA in Syrien erkennbar
Michael Wrase
Redakteur

Es dauerte fast eine Woche, bis Parteifreunde, Berater und hohe Militärs den amerikanischen Präsidenten davon überzeugen konnten, in Syrien einen womöglich folgenschweren Fehler gemacht zu haben. Zurückgenommen hat Donald Trump seine Entscheidung zum Truppenabzug freilich nicht. Er hätte dann sein Gesicht verloren. Anstatt zwei bis vier Wochen, die zunächst im Gespräch waren, will er seinen Streitkräften nun vier Monate zum Abzug geben. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Eine amerikanische Strategie für Syrien ist freilich noch immer nicht erkennbar. Trump agiert in Syrien nicht, wie dies die Iraner, Russen und deren syrischer Verbündeter Baschar al-Assad tun, sondern er reagiert. Meist überstürzt und nur selten überlegt.

Ob die Verlängerung der amerikanischen Abzugsfrist auf vier Monate zur Entschärfung des Konfliktes in Nordsyrien beiträgt, bleibt abzuwarten. Optimismus ist jedenfalls fehl am Platz: Die westliche Staatengemeinschaft ist nach fast sieben Kriegsjahren in Syrien kläglich gescheitert.

Schon lässt sich mit einiger Bestimmtheit sagen, dass der Sieger Baschar al-Assad heißt – ganz egal, wie das Gezerre um den amerikanischen Truppenabzug aus dem Norden des Landes am Ende ausgeht.

politik@schwaebische.de

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