Kein Feuerwerk ist auch keine Lösung

Feuerwerk muss in diesem Jahr erneut ausfallen.
Feuerwerk muss in diesem Jahr erneut ausfallen. (Foto: Ralf Hirschberger/dpa)
Schwäbische.de

Es sind keine guten Zeiten für Leute, die es gerne krachen lassen. Partystimmung Fehlanzeige, das Böllern zu Silvester ist einmal mehr verboten. Und das einzige was wirklich richtig kracht im Moment, ist der Zwist zwischen den Leuten, die sich wünschen, dass es doch endlich vorbei sein möge, und denen, die nicht glauben wollen, dass es überhaupt etwas gibt, was endlich vorbei sein sollte. Aber: Des Menschen Wille ist halt sein Himmelreich.

Weil wir gerade von Feuerwerksverboten reden: Bislang hat niemand einen echten Ersatz für das Spektakel aus grellen Farben und knatternden Detonationen gefunden. Klar, inzwischen gibt es Lichtspiele digitaler Art, mithilfe von Computerfunzeln an den Nachthimmel projiziert. Dabei wird komplett verkannt, dass es beim Feuerwerk ja nicht darum geht, dass ein buntes Farbschauspiel das Dunkel erhellt. Vielmehr darum, dass wir wenigsten einmal im Jahr in dieser besonderen Nacht ein bisschen zündeln dürfen und aus reiner Unvernunft sprichwörtlich mit dem Feuer spielen. Während wir tags drauf natürlich zur biederen Vorsicht zurückkehren, den ganzen Feuerwerksmüll zusammenkehren und 364 Tag warten, bis wir wieder ein paar Stunden vom süßen Nektar der Anarchie kosten dürfen.

Die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach hat gesagt: „Während ein Feuerwerk abgebrannt wird, sieht niemand nach dem gestirnten Himmel.“ Will heißen, man sieht vor lauter Rakentenzauber die echten Sterne nicht. Das klingt bezogen auf Silvester 2021 ebenso tröstlich wie traurig. (nyf)

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