Karl-Heinz Brunner, Aussteiger aus dem SPD-Rennen: Wir brauchen eine Parteispitze mit Erfahrung und Herz

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04.09.2019, Saarland, Saarbrücken: Karl-Heinz Brunner präsentiert sich in der Congresshalle bei der SPD Regionalkonferenz den Be
04.09.2019, Saarland, Saarbrücken: Karl-Heinz Brunner präsentiert sich in der Congresshalle bei der SPD Regionalkonferenz den Besuchern. In Saarbrücken findet die erste von 23 Konferenzen statt. Es geht um die Nachfolge für die zurückgetretene SPD Parteivorsitzende Nahles. (Foto: Uwe Anspach)
Schwäbische Zeitung

Der SPD-Abgeordnete Karl-Heinz Brunner (Foto: dpa) aus dem Wahlkreis Neu-Ulm hatte selbst für die SPD-Spitze kandidiert, um zu zeigen, dass nicht alle ein Ende der GroKo wollen. Doch nach einigen Regionalkonferenzen hat er sich zurückgezogen. Jetzt drückt er dem Duo Scholz/Geywitz die Daumen. Sabine Lennartz sprach mit ihm.

Herr Brunner, siebenmal haben Sie selbst sich als Kandidat vorgestellt, jetzt erleben Sie am Wochenende das Finale der Kandidatenkür. Mit welchen Gefühlen?

Mit Spannung und Anspannung und einem hohen Interesse, wie die Mitglieder sich verhalten, und ob eine hohe Wahlbeteiligung erreicht wird.

Wem drücken Sie die Daumen?

Klara Geywitz und Olaf Scholz. Weil ich glaube, dass die Sozialdemokratie in den schweren Zeiten stabile und erfahrene Politiker braucht, um geführt zu werden. Wir sind sowohl in der Partei als auch in der EU und in Deutschland in unruhigem Wasser, dort braucht man Menschen mit Erfahrung und dem Herz am rechten Fleck.

Kann denn Olaf Scholz, der frühere Generalsekretär aus Hartz-IV-Zeiten, wirklich die Erneuerung der SPD einleiten?

Das kann er sicherlich, wenngleich ich sagen muss: Erneuerung der Partei heißt ja nicht Umkehr. Ich empfehle meiner Partei schon lange, sich nicht ständig mit dem Trauma der Agenda 2010 und den Hartz-IV-Reformen zu beschäftigen, sondern in die Zukunft zu blicken und das Richtige zu tun. Das hat Olaf Scholz als Vizekanzler und Finanzminister trefflich gemacht und ich glaube, das kann er auch in der Zukunft.

Sie selbst sind als Einzelkandidat angetreten. Finden Sie die Idee mit den Duos für die Spitze gelungen?

Gerd Schröder hätte gesagt: Suboptimal. Spätestens bei der Frage der Kanzlerkandidatur muss ja eine Entscheidung für eine Person getroffen werden.

Ist es das Ende der Großen Koalition, wenn sich Borjans/Esken durchsetzen?

Zumindest ist es nicht auszuschließen, weil hinter Walter-Borjans die stehen, die das Ende der Großen Koalition wollen.

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