Kardinal Marx gibt überraschend Vorsitz der Bischofskonferenz ab

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Kardinal Marx
Reinhard Kardinal Marx gibt das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ab. (Foto: Tobias Hase / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx zieht sich vom Vorsitz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zurück. Er stehe für eine eventuelle zweite Amtszeit nicht zur Verfügung, schrieb Marx in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Bischofskonferenz. Marx begründete dies mit seinem Alter - am Ende der nächsten Amtszeit wäre er 72 Jahre alt.

Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen.

Kardinal Reinhard Marx

Die Bischofskonferenz trifft sich vom 2. bis zum 5. März in Mainz zu ihrer Frühjahrsvollversammlung. Ein Programmpunkt ist die turnusmäßige Wahl des Vorsitzenden.

„Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen - und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt“, schrieb Marx in seinem Brief an die anderen Bischöfe.

Aufarbeitung der Missbrauchsskandale

Marx hatte in seiner bisherigen Amtszeit einige Anstrengungen zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals der deutschen katholischen Kirche unternommen, aktuell läuft dazu der sogenannte synodale Weg. Konservative Bischöfe kritisieren diesen synodalen Weg allerdings offen, namhaftester Kritiker ist der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki.

Wörtlich heißt es in dem offenen Brief, den die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlich hat:

„Schon seit einiger Zeit steht das für mich fest. Meine Überlegung ist, dass ich am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit 72 Jahre alt wäre, und dann auch das Ende meiner Aufgabe als Erzbischof von München und Freising nahe sein wird.

Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen. Und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt. Ich habe das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz sehr gerne ausgeübt, aber ‚alles hat seine Zeit‘ (Kohelet).

Selbstverständlich werde ich auch weiterhin aktiv in der Bischofskonferenz mitarbeiten und mich besonders engagieren für den Synodalen Weg, der aus meiner Sicht gut gestartet ist.

Zugleich möchte ich jetzt auch wieder stärker im Erzbistum München und Freising präsent sein, gerade in dem umfassenden Strategieprozess, den wir in diesem Jahr beginnen wollen.“

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