Kalifornien von Dürre bedroht - Notstand ausgerufen

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Deutsche Presse-Agentur

Nach drei ungewöhnlich trockenen Jahren hat der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger am Freitag in dem US-Westküstenstaat einen Dürre-Notstand ausgerufen. Er hielt die Bürger und Kommunen zu sofortigen Wassersparmaßnahmen an.

„Diese Krise ist genauso schwerwiegend wie ein Erdbeben oder heftige Waldbrände“, warnte Schwarzenegger. Die Trinkwasservorräte hätten einen historischen Tiefpunkt erreicht. Wichtige Reservoirs seien nur zu 35 Prozent gefüllt. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte es in dem „Goldenen Staat“ zu wenig geregnet. Die Monate März, April und Mai 2008 zählten zu den trockensten seit Beginn der staatlichen Messungen.

Nach einem sehr trockenen Winteranfang fiel in den vergangenen zwei Wochen zwar Regen und Schnee, allerdings sehen die Meteorologen nur eine 15-prozentige Wahrscheinlichkeit für normale Niederschlagswerte in diesem Jahr. „Trotz des jüngsten Regens ist Kalifornien von einer dritten Dürre in Folge bedroht und wir müssen uns auf das Schlimmste gefasst machen“, sagte Schwarzenegger mit Blick auf weitere drohende Trockenjahre.

Als erstes soll im März die Wasserversorgung für die Landwirtschaft zeitweise gedrosselt werden. Stark betroffen sind die Bauern im trockenen Inland, wo riesige Anbauflächen künstlich bewässert werden müssen. Schon jetzt liegen viele Felder brach. Durch die Notstandserklärung sollen Geld und Hilfsmittel in die betroffenen Gebiete fließen. Schwarzenegger prophezeite Verluste für die Landwirtschaft in Höhe von über zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) in der kommenden Erntesaison.

Falls die Bevölkerung den freiwilligen Sparaufrufen nicht nachkommt, will Schwarzenegger Wasserrationierung zur Pflicht machen. So könnte den Bürgern die Benutzung von Gartensprengern, häufiges Autowaschen und das Auffüllen von Swimmingpools untersagt werden.

In den Sommermonaten erhält der Staat gewöhnlich Wasser von der Schneeschmelze in dem Sierra-Nevada-Gebirge. Nach einem trockenen Winter betrug die Schneedecke im vorigen Jahr jedoch nur 69 Prozent derjenigen normaler Jahre.

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