Köln: Erfolg bei Bergung von Archivschätzen

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Deutsche Presse-Agentur

Einsatzkräfte haben aus den Trümmern des Kölner Stadtarchivs eine weitere bedeutende mittelalterliche Handschrift des Philosophen Albertus Magnus und Akten von Konrad Adenauer geborgen.

Nachdem bereits zuvor die erste der beiden Magnus-Handschriften gefunden worden war, konnte damit ein weiterer Erfolg bei den Bergungsarbeiten verzeichnet werden. Mit der Rettung von Dokumenten Adenauers aus seiner Zeit als Kölner Oberbürgermeister (1917-33) konnte weiteres historisch bedeutsames Archivmaterial gesichert werden.

Nach der Bergung der zwei Toten aus den Trümmern des am 3. März eingestürzten Stadtarchivs konzentrierte sich auch am Samstag die Suche der Einsatzkräfte komplett auf die Archivalien. „Wir können jetzt sorgfältiger vorgehen. Bislang stand die Suche nach dem jungen Mann bedingungslos im Vordergrund“, sagte ein Sprecher der Stadt.

Der Direktor der Weimarer Anna Amalia Bibliothek, Michael Knoche, zeigte sich am Samstag bei einem Besuch der Unglücksstätte erschrocken über die „Plötzlichkeit dieser Kulturkatastrophe“. Er besuchte neben dem Trümmerfeld an der Severinstraße auch die Lagerhallen in Köln-Porz, wo der Schutt in Handarbeit nach Fragmenten und Schnipseln durchsucht wird. Knoche bezeichnete die „Erstversorgung“ der geborgenen Schätze als hervorragend.

In der Domstadt gehe es um den Verlust von mittelalterlichen Schätzen einer bedeutenden Metropole Europas, sagte Knoche der Deutschen Presse-Agentur dpa. In den letzten Jahrzehnten seien kulturelle Stätten in Deutschland durch Katastrophen besonders betroffen gewesen - beim Elbehochwasser in Dresden, beim Brand in Weimar und nun beim Archiveinsturz in Köln. Deshalb sei er bei aller Erschütterung über den Einsturz des Archivs froh zu sehen, dass trotzdem fast täglich Unikate gerettet und erhalten werden könnten.

In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar war bei einem verheerenden Brand im September 2004 ein Teil der wertvollen Büchersammlung zerstört worden. Sie stellte ein einmaliges Kulturzeugnis der deutschen Philosophie- und Literaturgeschichte dar. Gerettet wurden mittelalterliche Handschriften, Inkunabeln, Globen und Landkarten, sowie die weltweit größte Faust-Sammlung und Nietzsches Privatbibliothek.

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