Jung sieht Lage in Kundus stabilisiert

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Deutsche Presse-Agentur

Nach tödlichen Anschlägen im vergangenen Jahr hat sich die Lage am nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus nach den Worten von Verteidigungsminister Franz Josef Jung wieder stabilisiert.

Auch der zivile Wiederaufbau in der Region gehe voran, sagte Jung am Mittwoch bei einem Besuch in Kundus. Vor Jungs Besuch waren am Dienstag drei Raketen außerhalb des dortigen Feldlagers eingeschlagen. Niemand war verletzt worden. Vor seiner Weiterreise nach Kabul sagte der Minister, die afghanische Regierung müsse dafür sorgen, dass die Hilfsmittel in den Regionen ankommen. Die Afghanen müssten spüren, dass die internationale Gemeinschaft sie unterstützt.

Jung traf in Kundus deutsche Soldaten und Stammesälteste. Anschließend machte er sich auf den Weg in die afghanische Hauptstadt. Im vergangenen Jahr waren drei deutsche Soldaten in der Provinz Kundus getötet worden. Seit Beginn des Bundeswehr-Einsatzes vor mehr als fünf Jahren hat sich die Sicherheitslage dort deutlich verschlechtert. In Kundus sind rund 770 deutsche Soldaten stationiert. Größter Bundeswehr-Stützpunkt in Afghanistan ist Masar-i-Scharif mit 2000 Soldaten.

In Masar-i-Scharif und am dritten nordafghanischen Bundeswehr- Standort Feisabad war Jung am Dienstag gewesen. Insgesamt sind derzeit 3800 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan im Einsatz. Das Mandat des Bundestags lässt die Entsendung von bis zu 4500 Soldaten zu. Es wird nicht erwartet, dass die Bundesregierung der Aufforderung der USA an alle NATO-Partner nachkommen und die Truppen aufstocken wird. Jung hatte am Dienstag betont, dass die USA den deutschen Einsatz schätzten und sich das deutsche Engagement sehen lassen könne.

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