Jung besucht deutsche Afghanistan-Truppe

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Deutsche Presse-Agentur

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) fliegt an diesem Montag zu einem dreitägigen Besuch der Bundeswehreinheiten nach Usbekistan und Afghanistan.

Er will sich über die Gefahrenlage für die Soldaten, die aktuellen Anforderungen an den Einsatz und die Zusammenarbeit des Militärs mit zivilen Kräften informieren. Ein Hauptaugenmerk will Jung auf die Unterstützung beim Aufbau der afghanischen Polizei legen. Unterdessen vermeidet US-Außenministerin Hillary Clinton Druck auf die Bundesregierung zu einem militärischen Engagement im umkämpften Süden Afghanistans. „Das ist die Entscheidung Deutschlands“, sagte sie dem ZDF.

Derzeit sind rund 3800 deutsche Soldaten im Einsatz für die internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF. Deutschland ist nach den USA und Großbritannien drittgrößter Truppensteller.

Jung will am Montag zunächst in Usbekistan auf dem Luftwaffenstützpunkt Termes mit seinem dortigen Kollegen Korbil Berdijew zusammenkommen, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Am Dienstag will Jung nach Afghanistan weiterfliegen und die Bundeswehrstandorte Masar-i-Scharif und Feisabad besuchen.

In Masar-i-Scharif, dem größten Bundeswehr-Standort außerhalb Deutschlands, sind rund 2000 Soldaten stationiert. Dort wird er sich unter anderem ein Bild von der Ausbildung afghanischer Polizisten machen. Ein symbolischer Spatenstich auf dem dortigen Flugplatz soll zudem den Beginn des Ausbaus zu einem nationalen Luft-Drehkreuz markieren. In Feisabad wird Jung das Wiederaufbauteam besuchen und dabei eine Brücken-Baustelle besichtigen.

Am Mittwoch steht ein Besuch das Wiederaufbauteams in Kundus auf dem Programm. Dort will Jung auch an einem Gesprächskreis mit einheimischen regionalen Persönlichkeiten teilnehmen.

Clinton hielt sich im ZDF bei der Frage zurück, ob Deutschland mehr Soldaten nach Afghanistan schicken und diese auch im Süden einsetzen solle: „Ich möchte mich nicht erdreisten und empfehlen, was die deutsche Regierung entscheiden sollte“, sagte sie. „Deutschland hat ein paar sehr nützliche Beiträge geliefert, auf ziviler wie militärischer Seite. Dies voranzutreiben wird den Dialog mit Deutschland und unseren anderen Verbündeten bestimmen.“

Für die Verbündeten werde es verschiedene Möglichkeiten geben, sich in Afghanistan zu engagieren. „Die zivile Seite der Strategie ist wichtiger als die militärische Seite“, sagte Clinton. „Dazu gehört die Ausbildung der nationalen afghanischen Armee, die Ausbildung der Polizei, Ratgeber sein, technische Hilfe geben, Verantwortung lehren, den Rechtsstaat weiterentwickeln, der Kampf gegen Korruption und den Drogenanbau: Es gibt eine Menge, was man diskutieren und leisten kann.“

Clinton sprach am Samstag auch mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan über die Situation in Afghanistan und im Nahen Osten sowie die Bekämpfung des Terrorismus. Ankara war die letzte Station auf Clintons Nahost- und Europareise.

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