Johnson sollte Übergangsfrist nach Brexit verlängern

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Liebeserklärung und klare Worte
Liebeserklärung und klare Worte (Foto: Roland Rasemann)
Sebastian Borger

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellt in vieler Hinsicht für Großbritannien einen Glücksfall dar. Während ihres Studienjahres in London habe sie sich in Land und Leute verliebt, bekannte die Deutsche am Mittwoch während ihres Besuchs in der britischen Hauptstadt, lobte die Briten als patriotisch, stolz, großzügig und liebenswürdig. Premier Boris Johnson wird es gern gehört haben.

Freilich ließ von der Leyen auch keinen Zweifel: So eng und freundschaftlich die EU dem Vereinigten Königreich nach dem Austritt am 31. Januar auch verbunden bleiben wolle, so wenig werde man von den Prinzipien des Binnenmarktes abrücken. Und eine klare Warnung überbrachte die Brüsselerin ihrem Gastgeber auch: Ein umfassender Vertrag über den zukünftigen Handel, die Sicherheitszusammenarbeit, den gemeinsamen Kampf beim Klimaschutz ist in der Übergangsperiode bis Ende des Jahres nicht zu schaffen.

Johnson muss von seiner Fixierung auf diesen Termin abrücken und um mindestens zwei Jahre verlängern, wenn er die Interessen seines Landes wahren will. Alles deutet aber darauf hin: Gegenüber der EU ist den Konservativen alberne Symbolpolitik allemal wichtiger als das Wohl der Bürger.

politik@schwaebische.de

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