Jetzt will auch Ulmer Abgeordnete Hilde Mattheis SPD-Chefin werden

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 Hilde Mattheis hat nun ebenfalls ihren Hut für den SPD-Vorsitz in den Ring geworfen.
Hilde Mattheis hat nun ebenfalls ihren Hut für den SPD-Vorsitz in den Ring geworfen. (Foto: Daniel Drescher)
Deutsche Presse-Agentur
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Die Ulmer Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis will zusammen mit dem Chefökonomen der Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Dierk Hirschel, im Rennen um die SPD-Parteispitze antreten.

Die SPD-Linke bestätigte der „Schwäbischen Zeitung“ am Sonntag, dass sie sich im Laufe der nächsten Tage offiziell erklären werde. Mattheis und Hirschel sind die Kandidaten 14 und 15.

Olaf Scholz bestätigt

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat am Wochenende bestätigt, dass er sich um das Amt des SPD-Chefs bewerben will und erstmals öffentlich auch Gründe dafür genannt. Der Vizekanzler möchte bei der Kandidatur sein Ansehen in der Bevölkerung in die Waagschale werfen. „Ich glaube, dass Deutschland eine starke sozialdemokratische Partei braucht“, sagte Scholz in Berlin beim Tag der offenen Tür in der Bundespressekonferenz.

Hilde Mattheis, Expertin für Gesundheit und Soziales, gilt als Kritikerin der Großen Koalition und steht dem Forum Demokratische Linke 21 (DL 21) vor. Diese im Juni 2000 gegründete Organisation ist aus dem Frankfurter Kreis hervorgegangen, in dem sich vor allem in die SPD eingetretene Linke der 68er-Generation engagierten. Die DL versteht sich als offener Diskussionszirkel in der SPD.

Wie Mattheis am Sonntag der „Schwäbischen Zeitung“ sagte, will sie die SPD ohne Kompromisse erneuern: „Das geht nur ohne Regierungsverantwortung in der Großen Koalition.“ In einer Großen Koalition seien die SPD-Erfolge nicht sichtbar. Inhaltlich wolle sie die Kerninhalte der SPD wieder bekannter machen: „Kämpft mit uns, für eine #Sozialdemokratie die ihrem Namen alle Ehre macht!“

Neben Mattheis, Hirschel und Scholz präsentierten am Samstag und Sonntag zwei weitere Bewerberduos um die SPD-Spitze ihre Vorstellungen für die Zukunft der angeschlagenen Partei: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping sowie die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange und Alexander Ahrens, Oberbürgermeister von Bautzen.

Für eine Doppelspitze spricht sich auch Bewerber Olaf Scholz aus. Auf Nachfrage nannte er am Sonntag aber noch keinen Namen für eine Kandidatin, die mit ihm ins Rennen gehen könnte.

Das Bewerberfeld umfasst derzeit außerdem die Duos Gesine Schwan/Ralf Stegner, Michael Roth/Christina Kampmann sowie Karl Lauterbach/Nina Scheer. Zudem wollen sich der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, und der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow als Einzelkandidaten bewerben.

Wochenlang hatte der Finanzminister mit Verweis auf sein zeitraubendes Regierungsamt ausgeschlossen, dass er für den SPD-Chefposten antreten werde. Zu seiner Kehrtwende sagte Scholz nun, manchmal müsse man Dinge, die man sich überlegt habe, neu überlegen, weil die Verantwortung das gebiete.

Der „Bild am Sonntag“ hatte Scholz zuvor gesagt, es tue der SPD nicht gut, wenn es so rüberkomme, als ob sich keiner traue. „Das stimmt ja nicht. Auch nicht für mich.“

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis zum 1. September. An diesem Tag muss die SPD zugleich herbe Verluste bei den beiden Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

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