#Je suis Paris - Anteilnahme im Netz

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Schwäbische Zeitung
Jasmin Off
Leiterin Digitalredaktion
AFP

Livebilder von der Lage in Paris über den Streamingdienst Periscope, Suche nach Angehörigen über Twitter – in Echtzeit wurden am Freitagabend im Internet Informationen zu den Terroranschlägen in Frankreich ausgetauscht.

Bereits nach den Attentaten auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo im Januar war vor allem Twitter schnell zu einer Plattform der Anteilnahme geworden. Der Slogan „Je suis Charlie“, der damals die Runde machte, wurde in der Nacht auf Samstag kurzerhand in „Je suis Paris“ abgewandelt.

Ein weiterer Hashtag, unter dem Menschen in aller Welt ihr Beileid bekundeten war #PrayforParis. Auch für die Suche nach Angehörigen wurde Twitter in der Nacht genutzt. Nachdem die Lage nach den Anschlägen an sechs verschiedenen Orten in Frankreichs Hauptstadt unübersichtlich war, suchten Menschen im Internet so nach Freunden und Bekannten.

 „Alarm! Wenn jemand etwas hört von Lola, 17 Jahre, heute Abend im #Bataclan, nehmen Sie Kontakt mit uns auf“, schrieb ein Nutzer über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Ein anderer gab bekannt: „Ich suche meine kleine Schwester Soad. In den chaotischen Stunden nach den Anschlägen konnten viele ihre Angehörigen zunächst nicht erreichen.

Die Nutzer tauschten über die sozialen Netzwerke auch Ratschläge aus, wie mit der Krisensituation umzugehen sei. „Wenn ihr nicht wisst, wohin, das Rathaus im 11. Arrondissement ist offen“, hieß es in einer Botschaft. Viele nutzten auch das Schlüsselwort „Noussommestousunis“ (Wir sind alle geeint), um ihre Solidarität mit den Menschen in Paris zum Ausdruck zu bringen.

Gleichzeitig gab es unter dem Hashtag #PorteOuverte (#OffeneTür) eine Welle der Solidarität mit den Menschen, die wegen der Anschläge nicht nach Hause konnten oder keine Bleibe hatten. Tausende Bewohner von Paris boten ihre Wohnungen für völlig Unbekannte über Twitter an. In der Nacht gab es binnen weniger Stunden 480.000 Tweets dazu.

Auf Facebook kam ein neues Feature zum Einsatz, mit dem Freunden der „Sicherheitsstatus“ angezeigt werden kann. „Klicke auf die „Ich bin in Sicherheit“-Schaltfläche, wenn es dir gut geht“ – so beschreibt Facebook selbst die neue Funktion, die seit wenigen Monaten im Einsatz ist. So konnten Bürger aus Paris ihre Mitmenschen wissen lassen, dass sie sich in Sicherheit befinden.

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