Irland ruft alle Schweinefleischprodukte zurück

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Deutsche Presse-Agentur

Die irische Regierung hat alle Schweinefleischprodukte wegen einer möglichen Verseuchung mit giftigen Stoffen zurückgerufen. In Fleisch einiger Farmen wurde eine Menge von möglicherweise krebserregenden chemischen Substanzen gefunden, die bis zu 200 Mal so hoch war wie erlaubt.

Das teilte die irische Lebensmittelschutzbehörde FSAI am Samstagabend mit. Der Rückruf betrifft alle Produkte, die seit dem 1. September auf den Markt kamen. Nach ersten Angaben wurde das Fleisch in Irland verkauft und auch nach Großbritannien exportiert. Dort teilte die Lebensmittelbehörde mit, sie gehe bisher von keinem Risiko für Konsumenten aus. Das Substanzgemisch PCB war in Tierfutter entdeckt worden, das an fast 50 Bauernhöfe in Irland geliefert wurde.

Wie die FSAI weiter erklärte, seien erste Tests am Montag gemacht worden. Polychlorierte Biphenyle (PCB) seien erst am Freitag festgestellt worden. Eine schädliche Wirkung hätten diese erst, wenn Menschen ihnen länger ausgesetzt sind. Der Rückruf sei eine Vorsichtsmaßnahme. Der irische Ministerpräsident Brian Cowen hielt Krisengespräche. Befürchtet wurden drastische Auswirkungen auf die irische Landwirtschaft. Die Schweinewirtschaft ist der größte Agrarsektor und bringt der Wirtschaft etwa 400 Millionen Euro.

Die Aufnahme von größeren Mengen PCB führt nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit zu akuten Beschwerden der Haut, verursacht Leber-, Milz- und Nierenschäden und schwächt das Immunsystem. PCB steht auch im Verdacht, krebserregend zu sein.

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