Im Interesse der Kinder

Im Interesse der Kinder
Im Interesse der Kinder
EllenHasenkamp

So mancher Politiker war schon ungeduldig geworden, aber die Experten in der Ständigen Impfkommission haben sich die nötige Zeit genommen. Und sie haben das Ergebnis ihrer Überlegungen in den vergangenen Tagen in vielen Interviews sorgfältig vorbereitet. Das war klug, denn die eine oder andere Enttäuschung wird nicht zu vermeiden sein bei denen, die vor allem auf eine flächendeckende Impfung aller Altersstufen bei der Bekämpfung der vermaledeiten Pandemie setzen.

Der Stiko ist dafür zu danken, dass sie diesem ja durchaus verständlichen Wunsch die Interessen der Kinder entgegengesetzt hat. Die nämlich sind vom Virus weit weniger bedroht als die Erwachsenen – und die Risikoabwägung zwischen einem in ihrer Altersklasse vergleichsweise wenig erprobten Medikament und der für sie in den allermeisten Fällen harmlosen Covid-Erkrankung muss eine andere sein. Die Stiko hat mit ihrer Entscheidung übrigens auch noch einmal bewiesen, wie sorgfältig sie vorgeht. Und dass sie keinesfalls Befehlsempfänger von Politikerwünschen oder Pharmainteressen ist, wie ihr mitunter unterstellt wird.

Die gute Nachricht ist von all dem unbenommen: Mit Biontech und vielleicht demnächst auch anderen Impfstoffen steht auch für unter 16-Jährige ein wirksames Vakzin zur Verfügung, wenn es gebraucht wird: Im Fall von Vorerkrankungen beispielsweise oder wenn gefährdete Familienmitglieder geschützt werden müssen.

Klar ist aber auch: Aus der individuellen Entscheidung der Jugendlichen, ihrer Eltern und der Ärzte pro oder contra Impfen hat sich die Politik nun rauszuhalten. Die voreilig in Aussicht gestellten Massenimpfungen an den Schulen verbieten sich – und scheitern vorerst ohnehin weiter an der Impfstoffknappheit. Beim Thema Schule gilt ohnehin: Es darf keinen – auch keinen indirekten – Druck geben, das Klebchen im Impfpass zur Voraussetzung für regulären Unterrichtsbesuch zu machen. Für verlässliche und sichere Schulbildung der jungen Generation müssen die Zuständigen auf andere Weise sorgen.

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