Hunderte Bootsflüchtlinge im Mittelmeer vermisst

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Deutsche Presse-Agentur

Im Mittelmeer werden vor der libyschen Küste mehr als 500 Flüchtlinge vermisst, nachdem mindestens zwei ihrer Boote gesunken sind. Bisher konnten erst 21 Leichen und 23 Überlebende geborgen worden werden, berichteten italienische Medien.

Auf einem Boot seien 253 Flüchtlinge gewesen, auf dem zweiten 365 Flüchtlinge. Die libysche Küstenwache suchte nach eigenen Angaben am Dienstagmorgen weiter nach Überlebenden.

Beamten der libyschen Küstenwache gehen davon aus, dass sogar insgesamt vier Flüchtlingsboote in Seenot geraten sind. 350 Menschen seien noch am Montagabend von einem Tanker gerettet worden, das vierte Boot sei bislang noch nicht gefunden. Nach Angaben der Behörden waren alle Flüchtlinge in der Nähe von Tripoli gestartet und auf dem Weg nach Italien.

Am Montag waren bereits über 400 Bootsflüchtlinge in Süditalien angekommen. Ein 20 Meter langes Holzboot mit 249 Menschen, darunter 31 Frauen und acht Minderjährige, erreichte in den frühen Morgenstunden den Hafen von Portopalo an der Südspitze von Sizilien, wie italienische Medien berichteten. Zuvor waren in der Nacht 153 Verzweifelte an einem anderen Strand der größten Insel Italiens angeschwemmt worden.

An den Küsten Italiens trafen im Vorjahr nach Angaben des Innenministeriums rund 36 500 Bootsflüchtlinge ein. Der Großteil von ihnen startete die gefährliche Reise über das Mittelmeer von Libyen aus. Oft geraten die überladenen Boote in Seenot und kentern.

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