Hudson-Pilot: „Schlimmstes Gefühl meines Lebens“

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Deutsche Presse-Agentur

Die Notlandung auf dem Hudson River in New York - auch nach dreieinhalb Wochen fasziniert die spektakuläre Rettung der 155 Menschen die Öffentlichkeit. Jetzt gab Flugkapitän Chesley Sullenberger, der als „Held vom Hudson“ gefeiert wurde, sein erstes großes Fernsehinterview.

Er habe die schlimmsten Minuten seines Lebens durchlebt, sagte er in der Nacht zum Montag dem US-Fernsehsender CBS. Noch nie habe er so sehr das Gefühl gehabt, den Boden unter den Füßen zu verlieren. „Ich glaube, auf viele Weise war mein ganzes Leben bis zu diesem Zeitpunkt eine Vorbereitung auf diesen besonderen Augenblick“, meinte der 57 Jahre alte Pilot.

Als kurz nach dem Start - nach allen bisherigen Erkenntnissen durch Vogelschlag - beide Motoren ausfielen, versuchte Sullenberger, sich voll auf die Herausforderung zu konzentrieren. „Ich meine, ich wusste, dass ich dieses Problem lösen musste. Ich wusste, dass ich aus der Ecke wieder rauskommen musste, in der ich mich befand“, sagte er. „Ich hatte eine Aufgabe zu bewältigen.“ Als die Moderatorin fragte, ob er um Hilfe gebetet habe, antwortete Sullenberger: „Ich könnte mir vorstellen, dass jemand hinten sich darum gekümmert hat, während ich das Flugzeug flog.“

Der frühere Kampfpilot, der mehr als 40 Jahre Flugerfahrung hat, ließ sich in dem Gespräch kaum Gefühle anmerken. „Ich musste mich zwingen, mein Training anzuwenden und ... und die Situation ruhig zu halten“, sagte er. Die Passagiere konnten nach der Notlandung innerhalb von wenigen Minuten das Flugzeug verlassen und wurden von vorbeifahrenden Fähren und Rettungsbooten aufgenommen.

Mit Blick auf die Helfer sagte Sullenberger: „Ein Dankeschön kommt mir völlig unangemessen vor. Ich bin soviel Dank schuldig, dass ich das alles, fürchte ich, wohl nie zurückzahlen kann.“ Als der letzte Passagier gerettet war, wurde selbst „Sully“ für einen Augenblick schwach: „Ich hatte das Gefühl, als würde das Gewicht der ganzen Welt von meinem Herzen genommen.“

Erst vor einigen Tagen hatte die US-Flugbehörde FAA das mitgeschnittene Funkgespräch zwischen dem Piloten und dem Tower des New Yorker Startflughafens LaGuardia veröffentlicht. Auch darin wurde dokumentiert, mit welcher Ruhe Sullenberger den voll besetzten Airbus A320 zu Wasser gebracht hat.

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