Hallendach in Spanien eingestürzt - Vier Kinder tot

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Ein Orkan mit Windgeschwindigkeiten von fast 200 Stundenkilometern hat in Spanien neun Menschen das Leben gekostet. Die schlimmsten Folgen hatte der schwere Sturm in Sant Boi de Llobregat bei Barcelona, wo vier Kinder beim Einsturz eines Sporthallen-Daches getötet wurden.

Die Opfer waren im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. 15 weitere Menschen, 13 Kinder und zwei Betreuer, wurden verletzt, wie Bürgermeister Jaume Bosch mitteilte. Die Opfer gehören zwei Baseball-Mannschaften an, die auf dem Platz vor der Halle eine Partie geplant hatten. Wegen des Orkans sagten sie das Spiel jedoch ab und suchten in der Sporthalle Schutz. In diesem Augenblick sei das Dach über ihnen zusammengebrochen, hieß es. Auch die Wände seien teilweise eingestürzt. Die Eltern der Opfer mussten psychologisch betreut werden. Das Gebäude sei 25 Jahre alt und habe sich in gutem Zustand befunden, betonte der Bürgermeister.

Der schwere Wintersturm richtete auch in Südfrankreich verheerende Schäden an. Für Millionen Menschen brach die Stromversorgung zusammen. Dächer wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Die Flughäfen von Bordeaux und Toulouse wurden gesperrt und der Bahn- und Straßenverkehr brach weiträumig zusammen. Météo France verglich den Sturm mit dem verheerenden Orkan „Lothar“, der im Dezember 1999 über weite Gebiete West- und Mitteleuropas gefegt war.

Der Orkan kostete im Norden Spaniens sowie an der Mittelmeerküste fünf weiteren Menschen das Leben, wie der Zivilschutz mitteilte. Vier von ihnen starben durch umstürzende Bäume oder Mauern. Vor der Küste Galiciens ertrank ein Fischer. In dieser Region im Nordwesten des Landes erreichten die Böen Spitzengeschwindigkeiten von 194 Stundenkilometern. Vor der Küste wurden bis zu 21,5 Meter hohe Wellen gesichtet. Rundfunkberichten zufolge war es der schwerste Sturm der vergangenen 15 Jahre. Er wütete auch im Nachbarland Portugal, wo Dutzende Bäume entwurzelt wurden und mehrere Straßen blockiert waren.

In Nordspanien waren rund 700 000 Menschen stundenlang ohne Strom, weil der Orkan Hochspannungsleitungen beschädigte. Zahlreiche Straßen waren auch dort wegen entwurzelter Bäume gesperrt. Bei der Bahn und im Luftverkehr kam es zu Verspätungen. Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln waren wegen des Unwetters von der Außenwelt abgeschnitten, weil wegen grober See die Schiffsverbindungen eingestellt werden mussten. Landesweit deckte der Orkan Dächer ab und riss Werbetafeln und Baugerüste um. In Gandía südlich von Valencia waren bereits am Freitagabend die Dächer einer Schule und eines Schwimmbades eingestürzt, verletzt wurde dort niemand.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen