Grüner als Kermit

Kermit der Frosch beim Fototermin im Sony Center. Songs, Alben und Ton-Aufnahmen unter anderem von J. Jackson und Kermit dem Fro
Kermit der Frosch beim Fototermin im Sony Center. Songs, Alben und Ton-Aufnahmen unter anderem von J. Jackson und Kermit dem Frosch sind in das offizielle Musik-Register der USA aufgenommen worden. (zu dpa "Songs von Janet Jackson und Kermit kommen ins Musik-Register der USA") +++ dpa-Bildfunk +++ (Foto: Stephanie Pilick/dpa)
Schwäbische Zeitung

Boris Johnson zu mögen, kann dem politisch Interessierten oftmals schwer fallen. Doch in puncto Spaß macht dem Mann mit den wirren Haaren so schnell kein Politiker der westlichen Hemisphäre etwas vor. Seine Rede vor der UNO-Vollversammlung war für den hiesigen Triple-Triell-Geschädigten eine kleine Offenbarung. Johnson, der noch vor ein paar Jahren mit der Erderwärmung so viel zu tun haben wollte wie mit der EU, ging angesichts des nahenden Klimagipfels in Glasgow in die Öko-Offensive – mit einem schrägen Vergleich.

„Erinnern Sie sich daran, als Kermit der Frosch ‚Es ist nicht leicht, grün zu sein‘ sang? Ich möchte, dass Sie wissen, dass er falsch lag. Es ist nicht nur einfach, es ist lukrativ und es ist richtig, grün zu sein“, sagte Johnson – nicht ohne den lustigen Muppet-Show-Frosch vor aller Welt zu rüffeln. „Mal ganz davon abgesehen, dass er auch zu Miss Piggy unnötig grob war, wie ich finde.“ Womit er zweifelsfrei in beiden Punkten richtig lag – und viele Delegierte schmunzeln ließ. Mehr Verblüffung herrschte in der Vollversammlung wohl zuletzt 1960, als Nikita Sergejewitsch Chruschtschow mit dem Schuh auf den Tisch schlug.

Und damit ihm nach der Miss-Piggy-Sache keiner vorwirft, den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben, schwärmte Johnson auch noch über die britischen Windräder. „Wir haben in den überschwemmten Prärien von Doggerland zwischen Großbritannien und Holland in der Nordsee große Wälder aus wunderschönen Windkraftanlagen angelegt. Tatsächlich produzieren wir so viel Offshore-Wind, dass ich darüber nachdenke, meinen Namen zu Ehren des Gottes des Nordwinds in Boreas Johnson zu ändern.“ Hat der Klima-Titan tatsächlich exakt so formuliert.

Da sage noch einer, Klimapolitik sei nicht lustig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Inhalte zum Dossier

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen