Großbritanniens neue Innenministerin Priti Patel ist eine Brexit-Hardlinerin

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 Priti Patel ist zurück im britischen Kabinett – anderthalb Jahre nach einem Skandalrücktritt.
Priti Patel ist zurück im britischen Kabinett – anderthalb Jahre nach einem Skandalrücktritt. (Foto: AFPS)
Sebastian Borger

Priti Patel, Großbritanniens neue Innenministerin, verdankt ihre Berufung nicht so sehr ihrer administrativen Brillanz. Sondern vor allem ihrer ideologischen Gewissheit als eingefleischte Gegnerin europäischer Integration. Geschadet hat der 47-Jährigen gewiss auch nicht, dass sie als Frau und Angehörige einer ethnischen Minderheit zu zwei Gruppen zählt, die der neue Premier Boris Johnson prominenter im neuen Kabinett vertreten sehen wollte.

Die Tochter indisch-ugandischer Einwanderer arbeitete als Lobbyistin für die Alkohol- und Tabakindustrie, ehe sie, zunächst für die EU-feindliche Referendumspartei in die Politik ging. Bei den zunehmend europaskeptischen Konservativen erhielt die verheiratete Mutter eines Sohnes 2010 einen sicheren Wahlkreis und schaffte nach dem Brexit-Votum 2016 den Sprung ins Kabinett. Anderthalb Jahre lang amtierte die vormalige scharfe Kritikerin von Entwicklungshilfe als Chefin des zuständigen Ministeriums, ehe sie beim Lügen erwischt wurde. Einen privaten Israel-Besuch hatte die Ministerin zu privater Außenpolitik genutzt: Von Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern bis hin zu Premier Benjamin Netanjahu wusste weder die damalige Premierministerin Theresa May noch das zuständige Aussenministerium. Patel musste ihren Hut nehmen.

Den neuen Premier scheint dieser Hauch von Korruption ebenso wenig zu interessieren wie Patels früheres Eintreten für die Todesstrafe und ihre lukrativen Lobby-Jobs – die „strategische Beratung“ einer US-Firma hat ihr in den vergangenen Monaten ein schönes Zubrot eingebracht, für einen Stundenlohn von umgerechnet 1113 Euro. Im Parlament profilierte sich die energische Frau als Befürworterin scharfer Einwanderungskontrollen und Hardlinerin gegen den EU-Austrittsvertrag, auch mit Drohungen gegen Irland. In ihrem neuen Ressort muss Patel das Versprechen von Premier Johnson umsetzen, in den kommenden drei Jahren 20 000 zusätzliche Polizisten auf Verbrecherjagd zu schicken. Sebastian Borger

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