Grüne wollen Brillengläser wieder zur Kassenleistung machen

Lesedauer: 4 Min
Eine Hand hält eine saubere Brille
"Gutes Sehen darf kein Luxus sein“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink. (Foto: Jens Kalaene / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Grünen fordern, dass Brillengläser wieder für deutlich mehr Versicherte von der Kasse bezahlt werden. „Gutes Sehen darf kein Luxus sein“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag).

Wer auf eine Brille angewiesen ist, sollte Anspruch auf solidarisch getragene Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung haben.

Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Grüne. 

Nach den aktuellen Regeln müsse man fast blind sein, um Leistungen der Krankenversicherung zu bekommen. „Wer auf eine Brille angewiesen ist, sollte Anspruch auf solidarisch getragene Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung haben.“

Zuschüsse seien aber mickrig und mit unverhältnismäßigem bürokratischem Aufwand verbunden.

Regelung wurde 2004 eingeschränkt

In einem Antrag schlagen die Grünen vor, die Erstattungsfähigkeit für medizinisch nötige Gläser schrittweise voll wieder herzustellen, die 2004 deutlich eingeschränkt wurde.

Zunächst sollten die Kassen Gläser ab fünf Dioptrien komplett bezahlen und ab zwei Dioptrien zur Hälfte.

Jugendliche erhalten Festbetrag

Derzeit haben Erwachsene erst bei Kurz- oder Weitsichtigkeit von mehr als sechs Dioptrien oder von mehr als vier Dioptrien im Fall einer Hornhautverkrümmung einen Anspruch auf Kostenübernahme durch die Kasse.

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre werden Gläser bis zur Höhe eines bestimmten Festbetrags erstattet, wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf Anfrage erläuterte. Die Brillengestelle müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Besonders stark belastete Empfänger von Sozialleistungen, die Kosten für Sehhilfen bisher aus dem Regelsatz „ansparen“ müssen, sollten ebenfalls sofort entlastest werden, forderte Klein-Schmeink.

Geklärt werden sollte außerdem, unter welchen Bedingungen erstattungsfähige Sehhilfen nicht nur von Augenärzten verordnet werden könnten - sondern auch direkt von Optikern, wie es de facto bereits heute weit verbreitete Praxis sei.

Eine Kommission beim Gesundheitsministerium solle dafür Vorschläge erarbeiten, fordern die Grünen in dem Antrag.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen