GEW übt Kritik am Lehrer-Abwerben der Länder

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Deutsche Presse-Agentur

Der neue Wettbewerb der Bundesländer um Lehrer hat nach Ansicht der Lehrergewerkschaft GEW zu einem Verlust von Chancengleichheit und Verantwortungsgefühl geführt.

„Bei den Lehrereinstellungen führt sich der Föderalismus ad absurdum“, sagte die stellvertretende GEW-Vorsitzende Marianne Demmer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ein Wettbewerb zwischen völlig ungleichen Bundesländern könne nicht zu einer einheitlichen Lehrerversorgung aller Schulen führen.

Zurzeit gehen wohlhabende Bundesländer, die selbst nicht genügend Lehrer für ihren Bedarf ausgebildet haben, in ihren Nachbarländern oder in Ostdeutschland gezielt auf die „Jagd“ nach Junglehrern - wichtigster Anreiz dabei ist die bessere Bezahlung. „In Hessen und Baden-Württemberg laufen regelrechte Abwerbeaktionen“, sagte Demmer. „Damit werden die Preise noch einmal hochgetrieben.“ Das Nachsehen hat zum Beispiel Berlin, das seine jungen Lehrer seit einigen Jahren nicht mehr verbeamtet. Zum neuen Halbjahr gibt es in der Hauptstadt Probleme, offene Stellen zu besetzen. Denn die Kollegen ziehen lieber nach Hamburg, das ihnen auf Beamtenstellen bis zu 800 Euro monatlich mehr bieten kann. In der Hauptstadt spielte die schlechte Haushaltslage bei der Entscheidung gegen Verbeamtungen eine große Rolle.

„Wir bekommen am Beispiel der Lehrer zu sehen, wohin Wettbewerbsföderalismus führt. Er ist nur für die finanzstarken Länder gut“, sagte Demmer. Denn sie könnten es sich leisten, bei einem knappen Lehrermarkt mit gut dotierten Beamtenstellen zu locken. „Für junge Lehrer ist das finanziell sicher interessant. Aber es ist die Frage, ob die Länder dabei verantwortlich handeln“, ergänzte die Gewerkschafterin. „Sie werben Lehrer aus finanzschwächeren Bundesländern ab, die viel Geld in ihre Lehrerausbildung gesteckt haben.“ Diese Länder könnten nun keinen Nutzen aus ihrer eigenen Ausbildung ziehen - „denn anderswo werden mehr Geld oder andere Vergünstigungen geboten.“

Die GEW würde deshalb eine Absprache der Bundesländer über die Höhe der Lehrergehälter begrüßen. Eckdaten dafür hatte Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) in der vergangenen Woche gefordert, um die weitere Abwanderung von Lehrern zu stoppen.

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