Gespannte Ruhe auf Madagaskar

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Deutsche Presse-Agentur

Auf der Tropeninsel Madagaskar herrscht gespannte Ruhe. Am Montagabend hatten Augenzeugen von kurzen Schusswechseln nahe dem Amtssitz des bedrängten Präsidenten Marc Ravalomanana berichtet.

Er hat dort in den vergangenen Tagen Tausende seiner Anhänger zusammengezogen, um einen Angriff des Militärs zu stoppen. Die Lage blieb jedoch unklar, offizielle Informationen gab es nicht. Mehrere Flüge wurden storniert, die westlichen Botschaften riefen ihre Landsleute zudem zu extremer Vorsicht auf.

Die Europäische wie auch die Afrikanische Union hatten unabhängig voneinander vor einer gewaltsamen Machtübernahme auf der viertgrößten Insel der Welt gewarnt. Weite Teile der Armee sympathisieren in dem seit Januar andauernden Machtkampf mit Oppositionsführer Andry Rajoelina (34), der sich selbst zum Präsidenten einer von ihm ausgerufenen Übergangsregierung ernannt hat. Sie wirft Ravalomanana Machtmissbrauch, Willkür und Bereicherung im Amt vor. In dem blutigen Machtkampf sind seit Ende Januar mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte weitere wurden verletzt.

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