Gerd Müller beim Bodensee Business Forum: Afrika ist „ein Kontinent der Jugend“

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Bundesentwicklungsminster Gerd Müller (CSU) beim Bodensee Business Forum der „Schwäbischen Zeitung“.
Bundesentwicklungsminster Gerd Müller (CSU) beim Bodensee Business Forum der „Schwäbischen Zeitung“. (Foto: Christian Flemming / SZ)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat dazu aufgerufen, ein grünes statt schwarzes Afrika zu schaffen, erneuerbare Energien statt Kohle zu fördern.

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„Der Klimaschutz in Deutschland ist wichtig“, so Müller beim Bodensee Business Forum der „Schwäbischen Zeitung“, „aber die Entscheidung über das Weltklima fällt in den Schwellenländern.“

Afrika als Chance sehen“ hieß das Thema, über das Chefredakteur Hendrik Groth mit Gerd Müller und Tobias Kahler, dem Deutschlandchef der Bill & Melinda Gates-Stiftung gesprochen hat.

Afrika ist für Gerd Müller eine Jahrhundertaufgabe. Er ist einer der dienstältesten Minister im Kabinett Merkel, und er wird nicht müde, für mehr Gerechtigkeit und eine Welt ohne Hunger zu kämpfen.

Immer wieder appelliert er an die Deutschen, Afrika als Chance zu begreifen. Sechs der zehn sich am schnellsten entwickelnden Volkswirtschaften liegen in Afrika. „Ein Kontinent der Jugend“, so Müller, aber leider auch der Krisen, Kriege und Instabilitäten. 

Wenn wir das Zwei-Grad-Ziel nicht erreichen, werden die Ärmsten am meisten leiden.

Tobias Kahler, Deutschlandchef Bill & Melinda Gates-Stiftung

„Müller ist ein Glücksfall“, sagt Tobias Kahler, der Deutschlandchef der Bill & Melinda Gates-Stiftung. Für den 44-jährigen Kahler ist ein Herzensanliegen, Deutschland an das Versprechen zu erinnern, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden. Großbritannien und die nordischen Länder hätten dieses Ziel erreicht, Deutschland noch immer nicht. 

Wenn Bildung und Gesundheit nicht gegeben sind, „können Menschen auch nicht produktiv sein“, so Kahler. Seine Stiftung ist sehr engagiert in Impfprogrammen. Kahler hofft auf mehr Engagement in Afrika und er wirbt wie Müller dafür, diesen Kontinent als Chance zu verstehen - auch für die Wirtschaft.

„Jetzt ist ein guter Moment zuzugreifen“, so Kahler, nur ein bis 1,5 Prozent der deutschen Direktinvestitionen gingen nach Afrika. Kahler berichtet von einem Projekt in Ruanda, wo gerade mittels Drohnen-Technologie Medikamente verteilt werden.

Gerd Müller wirbt dafür, die Energiegewinnung aus Solarkraft und synthetischen Kraftstoffen in Afrika zu fördern. „Wenn wir das Zwei-Grad-Ziel nicht erreichen, werden die Ärmsten am meisten leiden“, mahnt Kahler.

Müller sieht Afrika als Jahrhundertherausforderung. „Leider hat Brüssel das nicht verstanden.“ Mehr Erfolg hat er im eigenen Kabinett.

Kaufen Sie auch mal fairen Kaffee und Bananen ein.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU)

„Gestern ist Spahn nach Afrika gereist, vorgestern Annegret Kramp-Karrenbauer, heute Julia Klöckner, es ist schön, dass es alle begriffen haben.“ Man arbeite an einem Zukunftsvertrag mit Afrika.   

Gerd Müller entlässt das Publikum in Friedrichshafen nicht, ohne jeden daran zu erinnern, dass man auch selbst etwas tun kann. Der 

64-jährige Minister aus dem Allgäu will keine Anzüge tragen, für die Kinder ausgebeutet werden.

Deshalb empfiehlt er Produkte mit dem Grünen Knopf. „Kaufen Sie auch mal fairen Kaffee und Bananen ein.“ 

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