Gefahr aus den eigenen Reihen

Gefahr aus den eigenen Reihen
Gefahr aus den eigenen Reihen (Foto: Roland Rasemann)
Landes-Korrespondentin

Das Ziel steht: Die Südwest-SPD will bei der nächsten Landtagswahl 2026 den Ministerpräsidenten stellen, und der soll Andreas Stoch heißen. Ein Anflug von Größenwahn? Gut möglich. Doch wer hätte noch wenige Monate vor der Bundestagswahl Olaf Scholz ernsthafte Chancen eingeräumt, Bundeskanzler zu werden?

Was den Genossen in die Karten spielt: Der Kretschmann-Bonus, mit dem die Grünen bei den vergangenen Wahlen Traumergebnisse erzielen und stärkste Kraft werden konnten, fällt weg. Der beliebte Ministerpräsident will nicht mehr antreten. Was gegen die großen Pläne der Sozialdemokraten spricht: Sie tun sich im Südwesten traditionell schwer, die Bürger für sich zu gewinnen. Wahlergebnis 2021 beispielsweise: magere elf Prozent.

Die größte Gefahr für die SPD geht allerdings nicht von ihren Wettbewerbern aus, sondern von ihr selbst. Fast vier Jahre sind es noch bis zur nächsten Landtagswahl. In dieser Zeit kann viel passieren, zeigt der Blick vier Jahre in die Vergangenheit. Damals wurde die Partei zwischen ihren Flügeln zerrieben. Aus den Chaostagen 2018 ging Andreas Stoch als Vorsitzender hervor, der keinem Lager angehört und sich zur Aufgabe gemacht hat, die Partei zu befrieden. Bislang haben er und sein Landesvorstand dies erreicht, die SPD spricht nicht nur von Geschlossenheit, sondern stellt sie auch unter Beweis. Gut möglich, dass dies aber nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm ist. Verschwunden sind die Flügel nicht.

k.ballarin@schwaebische.de

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