Gefährliche Einbahnstraße in Nahost

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Gefährliche Einbahnstraße
Gefährliche Einbahnstraße
MichaelWrase

Hast kann man dem Iran nicht vorwerfen. Ein Jahr hatte die Islamische Republik gewartet, bis sie auf den amerikanischen Ausstieg aus dem Atomabkommen und den damit verknüpften „schwersten Sanktionen der US-Geschichte“ reagiert hat.

Der jetzt in Teheran angekündigte schrittweise Ausstieg aus dem Vertragswerk bedeutet noch nicht sein Ende. Allerdings ist der Spielraum der Europäer begrenzt. Die amerikanischen Iran-Planer um den Hardliner John Bolton, so scheint es, wollen Teheran nicht die Luft zum Atmen lassen. In ihren Augen ist Iran ein unbelehrbarer Terrorstaat. Ruhe in der Region werde erst nach einem „Regime Change“ einkehren, hatte Bolton vor seiner Berufung zum nationalen Sicherheitsberater erklärt.

Natürlich löst die Entsendung eines amerikanischen Flugzeugträgers noch keinen Krieg aus. Was die Situation so gefährlich macht, ist der Starrsinn der Hardliner auf beiden Seiten, die selbst einen Dialog über Dritte ablehnen.

Hier könnte Europa ansetzen und Russland und China helfen. Man muss den Amerikanern vermitteln, dass sie sich auf einer brandgefährlichen Einbahnstraße befinden. Gleichzeitig sollte man auf Iran einwirken, auf eine Aufkündigung des Atomabkommens zu verzichten. Viel Zeit dafür bleibt nicht.

politik@schwaebische.de

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