Gabriel warnt Union vor Wahlkampfthema Atomkraft

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der Abkehr Schwedens vom Atomausstieg hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die Union davor gewarnt, im Bundestagswahlkampf offensiv für einen solchen Schritt auch in Deutschland zu werben.

Er habe zwar keine Angst vor einem Atom-Wahlkampf, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Aber bislang haben wir kein Endlager, und wir müssen dann deutlich darauf hinweisen, dass wir in ganz Deutschland danach suchen müssen.“ Bis etwa 2035 müsse es ein Endlager in Deutschland geben, weil dann die Genehmigungen für die dezentralen Zwischenlager ausliefen.

Geht es nach Gabriel, werden neben dem Salzstock Gorleben weitere Standorte in anderen Gesteinen untersucht. Dagegen wehren sich CDU und CSU sowie die Energieversorger. Gabriel warf der Union vor: „Es gilt das Motto: Augen zu und durch.“ Dabei habe die Energiewirtschaft an den Standorten Morsleben und Asse bereits gezeigt, wie fahrlässig sie mit der Endlagersuche umgehe.

Für CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla ist die SPD aber mit ihrer „bedingungslosen Ausstiegspolitik nicht mehr auf der Höhe der Zeit und mittlerweile auch international völlig isoliert“, wie er der „Welt am Sonntag“ sagte. „Fast alle Länder um uns herum haben die Notwendigkeit der Kernenergie als Bestandteil eines modernen Energiemixes erkannt“ - nur die SPD nicht.

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